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Vor dem Strukturwandel – die Medizin wird ambulant!

31. Mai 2017 in Berlin

Hintergrund

Finden die ambulante und die stationäre Versorgung in Deutschland wirklich in „getrennten Silos“ statt? Versorgungsforschung und Praxis haben gezeigt: Das Bild „kommunizierender Röhren“ ist passender. Vor allem die räumliche Betrachtungsweise enthüllt Wechselwirkungen und Leistungsverlagerungen im überregionalen Vergleich. Die regionale Perspektive ist auch für die Weiterentwicklung sinnvoll, denn das optimale Zusammenspiel von Praxis und Krankenhaus hängt von vielen lokalen Faktoren ab. Im internationalen Vergleich wiederum wird deutlich, dass in Deutschland viele Krankenhausfälle ambulant behandelt werden könnten – zum Wohle der Patienten und zur finanziellen Entlastung der Krankenkassen. Der Weg dorthin kann nur über einen durchgreifenden Strukturwandel nach dem Prinzip „ambulant vor stationär“ führen. 

Thema

Die Arbeitsteilung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung wird ein gesundheitspolitischer Fokus der kommenden Legislaturperiode sein. Dazu hat das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) im Herbst 2016 zwei Gutachten in Auftrag gegeben:

  1. Die Professoren Eckhard Nagel, Benno Neukirch und Andreas Schmid sowie Rechtsanwalt Gerhart Schulte suchen unter medizinischen, ökonomischen und rechtlichen Gesichtspunkten Wege zur Gestaltung der künftigen Arbeitsteilung zwischen Vertragsärzten und Krankenhäusern. Ziel ist eine konsequente Reorganisation nach dem Prinzip „ambulant vor stationär“.

  2. Teil des Problems liegt in der Notfallversorgung. Das AQUA-Institut entwickelt daher einen Vorschlag zur Einführung eines einheitlichen Ersteinschätzungsverfahrens. Ziel ist, für alle Anliegen eine Behandlung zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu gewährleisten. Dazu müssen alle Behandlungsanliegen ggf. auch telefonisch qualifiziert nach Dringlichkeit und angemessener Versorgungsebene bewertet werden können.

Am Vormittag standen das Gutachten von Nagel et al zur Diskussion, am Nachmittag ein Zwischenbericht zum AQUA-Gutachten. Nachfolgend finden Sie alle Tagungsunterlagen.