Deutliche Kostensteigerungen in Arztpraxen durch Fachkräftemangel und hohe Inflation // Ausgaben für Praxisbetrieb 2017-2020 um durchschnittlich 13,2 Prozent gestiegen // „Kostenexplosion muss durch gesetzliche Krankenkassen umgehend gegenfinanziert werden“
Die anhaltend hohe Teuerungsrate und der umkämpfte Arbeitsmarkt für Medizinische Fachangestellte (MFA) stellt die Arztpraxen in Deutschland vor immer größere wirtschaftliche Herausforderungen. Wie das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) in seinem Praxis-Panel (ZiPP) gezeigt hat, sind die Kosten für den Praxisbetrieb bereits in den Jahren 2017 bis 2020 um durchschnittlich 13,2 Prozent gestiegen. Und dies, obwohl die Inflation in diesem Zeitraum lediglich 3,7 Prozent betrug. Kostentreiber waren vor allem die Aufwendungen für das Personal.
Inzidenz der Parkinson-Diagnosen 2013-2019 um bis zu 30 Prozent gesunken // Deutlicher Rückgang bundesweit und geschlechterübergreifend in allen Altersgruppen ab 50 Jahren
Ungeachtet der dynamisch fortschreitenden Alterung der Bevölkerung ist die Häufigkeit neu aufgetretener Parkinson-Diagnosen in den ärztlichen Abrechnungsdaten in Deutschland in den Jahren 2013 bis 2019 um bis zu 30 Prozent zurückgegangen. Während die Inzidenz im Mittel über alle Altersgruppen im Jahr 2013 noch bei 168 pro 100.000 Mitglieder der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) im Altersbereich ab 50 Jahren lag, sank dieser Wert bis 2019 auf 122 ab.
Versorgung schwer psychisch Kranker: Das NPPV-Projekt
Das Innovationsfondsprojekt zur Verbesserung der neurologischen, sychischen und psychotherapeutischen Versorgung („NPPV“) gehörte zu den großen Innovationsfondsprojekten und endete am 31. Dezember 2021. Über 14.000 Patientinnen und Patienten konnten an über 430 Praxisstandorten durch das Projekt von verbesserten Versorgungsmöglichkeiten profitieren. Diese verbesserte Versorgung beinhaltete insbesondere eine hohe Therapiedichte initial und in Krisen sowie eine vernetzte, berufsgruppenübergreifende, koordinierte und IT-gestützte Versorgung ergänzt durch niedrigschwellige Gruppen- und eHealth-Angebote. Im virtuellen Zi-Forum wurden die Konsequenzen für die Verbesserung der Versorgung und Herausforderungen in der Evaluation komplexer Interventionen im Bereich psychiatrischer Erkrankungen thematisiert und diskutiert.
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Neues Journal des Zi
Research in Health Services and Regions (RHSR)
Das RHSR-Journal ist die neue Fachzeitschrift für regionalisierte Versorgungsforschung – hier finden internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine interdisziplinäre Plattform für den Forschungs- und Ideenaustausch. Die begutachteten Originalbeiträge, Reviews und Kurzmitteilungen erscheinen online und in englischer Sprache.
Postakute Folgen einer SARS-CoV-2-Infektion
Charakterisierung von ambulant behandelten Patienten in einer Fall-Kontroll-Studie anhand von bundesweiten Abrechnungsdaten
Schulz M, Mangiapane S, Scherer M, Karagiannidis C, Czihal T: Post-acute sequelae of SARS-CoV-2 infection – characterization of community-treated patients in a case-control study based on nationwide claims data. Dtsch Arztebl Int 2022; 119: 177– 8. DOI: 10.3238/arztebl.m2022.0134
Morbus Parkinson in der vertragsärztlichen Versorgung – Regionale Unterschiede der Diagnoseprävalenz und Komorbiditätsanalysen anhand bundesweiter Abrechnungsdaten im Zeitraum 2010 bis 2019
Ziel der Studie war es, anhand ambulanter vertragsärztlicher Abrechnungsdaten die Entwicklung der Fallzahlen und die Diagnoseprävalenz des Morbus Parkinson über den Zehnjahreszeitraum 2010 bis 2019 zu bestimmen. Die Prävalenzentwicklung wurde auch kleinräumig auf Kreisebene durchgeführt werden. Darüber hinaus wurden das Komorbiditätsspektrum des Morbus Parkinson und die Versorgungsanteile der relevanten beteiligten Facharztgruppen bzw. der ambulanten Versorgungseinrichtungstypen untersucht, um Entwicklungen der interdisziplinären Versorgungslage und -erfordernisse im Zeitverlauf nachzuvollziehen.
