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Grafik des Monats

Druckfähige Versionen aller Grafiken stellen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Bei Interesse und allen weiteren Fragen zur Grafik des Monats wenden Sie sich gerne an unseren Leiter der Stabsstelle Kommunikation, Daniel Wosnitzka.

April 2021: COVID-19-Impfstofflieferungen übersteigen die Kapazitäten der Impfzentren bereits heute deutlich // Mehr Impfstoffbereitstellung für Arztpraxen möglich

 

Mit dem 6. April 2021 ist der formale Startschuss für das flächige Impfen gegen das COVID-19-Virus in den Arztpraxen in Deutschland gefallen. Damit steht die zentrale Frage im Raum: Wie viele Impfdosen stehen den Vertragsärztinnen und -ärzten dafür zur Verfügung? Mit dem Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz vom 19. März 2021 („Impfgipfel“) werden den 433 Impfzentren in Deutschland ab der 14. Kalenderwoche (5.-11. April 2021) vorrangig 2,25 Millionen Impfdosen pro Woche zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus verfügbare Dosen sollen in den Arztpraxen verimpft werden. 2,25 Millionen Impfungen in den Impfzentren entsprechen etwa einer täglichen Impfkapazität von 321.000 Impfungen. Diese Kapazität ist erstmals in der letzten Woche erreicht worden (Höchstwert: 392.382 am 8. April 2021, wöchentlicher Höchstwert: 2.255.264 in der 14. KW). Zusätzlich stehen den Impfzentren Bestände aus vorherigen Lieferungen zur Verfügung, die zum Teil für Zweitimpfungen zurückgelegt wurden. Insgesamt wurden von den Impfzentren Impfungen im Umfang von nur rund 80 Prozent des verfügbaren Impfstoffs dokumentiert, von den Arztpraxen aber bereits in der ersten Woche schon 95 Prozent. „Da die Lieferprognosen nun deutlich sicherer erscheinen und um den Impffortschritt in der Bevölkerung zu beschleunigen, ist es unabdingbar, die Lagerbestände der Impfzentren nun vorrangig für Erstimpfungen in den Impfzentren einzusetzen. Die für die Arztpraxen zur Verfügung stehenden Dosen können damit maximiert, der Impfturbo nachhaltig angeschaltet bleiben“, so der Vorstandsvorsitzende des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi), Dr. Dominik von Stillfried.

Das Zi hat modelliert, wie sich Lagerbestände und Impfstofflieferungen auf Wochenbasis bis zum Ende des zweiten Quartals 2021 entwickeln werden. Es wird deutlich, dass durch die Mitberücksichtigung der Lagerbestände (etwa 3,8 Millionen Impfdosen zu Beginn der 15. KW) die Impfzentren in der 15. und zum Teil 16. KW ihre Kapazität von 2,25 Millionen wöchentlichen Impfungen aus Lagerbeständen leisten können. In der 15. KW stehen damit bereits zusätzlich 3,5 Millionen Impfdosen zur Verfügung, die nicht binnen Wochenfrist in den Impfzentren verimpft werden können. Ab Anfang Mai steigen die projizierten Liefermengen bis Ende Juni auf wöchentlich 9 Millionen überschüssige Dosen so stark an, dass der deutlich größere Teil der wöchentlichen Lieferungen zügig in Arztpraxen verimpft werden muss, um nicht ungenutzt zu verbleiben.

Mit dem neuen Online-Tool Corona-Impfindex bieten das Zi und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) ab sofort laufend aktualisierte Zahlen zum Impffortschritt in Arztpraxen und Impfzentren:
https://www.zidatasciencelab.de/covidimpfindex

Methodische Hinweise:
Bei den Modellierungen wurden folgende Annahmen und Datenquellen zu Grunde gelegt: Für die Lieferzahlen wurden die vereinbarten Mengen für die Quartale 2021 sowie die nächsten Kalenderwochen angesetzt, wie sie das Bundesministerium für Gesundheit berichtet. Ebenso wurden als Startwerte für die Modellierung ab der 12. KW die zum 22. März 2021 verabreichten Impfdosen verwendet, wie sie das Robert Koch-Institut im COVID-19-Impfmonitor veröffentlicht. In der Modellierung wurden keine Rücklagen für Zweitimpfungen angesetzt und existierende Lagerbestände als prioritär bei der Verimpfung behandelt. Der Impfstoff des Herstellers Curevac ist derzeit noch nicht zugelassen und wurde daher nicht berücksichtigt. Der bereits zugelassene Impfstoff von Johnson&Johnson wurde ab der 18. KW berücksichtigt mit einem projizierten linearen Anstieg der Liefermenge bis zum Beginn des dritten Quartals. Für die Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca wurden die zugesagten Lieferungen für das zweite Quartal abzüglich der bereits geplanten Lieferungen bis zur 18. KW gleichmäßig auf die restlichen Wochen des Quartals verteilt. Da die Lieferungen des Impfstoffs von AstraZeneca in der Vergangenheit meist erst am Ende der Arbeitswoche eintrafen, werden diese in der Projektion jeweils in der folgenden Kalenderwoche berücksichtigt.

Bildunterschrift: Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi):
Zur Verimpfung in Arztpraxen und Impfzentren zur Verfügung stehende COVID-19-Impstoffdosen in Millionen > Zeitraum: 15. KW (12.-18. April 2021) bis 26. KW (28. Juni bis 4. Juli 2021)

Datenbasis: Robert Koch-Institut (COVID-19-Impfmonitor) // Bundesministerium für Gesundheit (Impfkapazitäten und Impfstofflieferungen) Stand: 6. April 2021

Druckfähige Version der Grafik des Monats April 2021

 

  

März 2021: Bundesweit stehen 87.000 niedergelassene Haus- und Fachärztinnen bzw. -ärzte bereit, um die Corona-Impfkampagne zu unterstützen

 

Wie steht es um die Impfkapazitäten in den Arztpraxen in Deutschland? Bundesweit wurden 2019 in 55.100 Arztpraxen durch 87.007 Ärztinnen und Ärzte Impfungen verabreicht. 55.542 der impfenden Ärzte waren Hausärztinnen und -ärzte, die übrigen 31.465 Fachärztinnen und -ärzte. Jedoch gehören Impfungen nicht in jeder dieser Arztpraxen zur Kernaufgabe. In 47.734 Praxen sind durch mindestens einen Arzt oder eine Ärztin 10 oder mehr Impfungen verabreicht worden. Von diesen häufiger impfenden Praxen gibt es in der kleinsten Kassenärztlichen Vereinigung (Bremen) 370, in der größten (Bayerns) 7.321.

Zum Vergleich: Bundesweit gibt es 433 Impfzentren. Um die erwachsene Bevölkerung (ab 18 Jahren) in Deutschland vollständig zu impfen, müsste jede der 47.734 viel impfenden Praxen jeweils 1.742 Bürgerinnen und Bürger ein bzw. zweimal impfen. Umgerechnet auf die 76.431 Ärztinnen und Ärzte, die in diesen Impfpraxen tätig sind, ergeben sich jeweils 1.088 zu impfende Patientinnen und Patienten. Je mehr Praxen sich beteiligen können, umso stärker sinkt die Zahl der notwendigen Impfungen je Arzt und Praxis.

Aktuell geht das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) auf Basis der vorliegenden Informationen des Bundesministeriums für Gesundheit in seiner Modellierung der COVID-19-Impfkampagne (https://www.zidatasciencelab.de/cov19vaccsim) davon aus, dass die gesamte erwachsene Bevölkerung bis Mitte Juli eine erste Impfdosis erhalten könnte und bis Mitte August zu durchimpfen wäre. „Es kommt jetzt darauf an, möglichst viele Praxen in die Impfkampagne einzubeziehen. Das wird durch allmählich steigende Liefermengen verschiedener Hersteller vor allem ab Ende April voraussichtlich immer besser gelingen“, sagte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dr. Dominik von Stillfried.

Bildunterschrift: Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi):
Anzahl der Arztpraxen sowie der niedergelassenen Haus- und Fachärztinnen bzw. -ärzte (in den 17 Kassenärztlichen Vereinigungen), die 2019 mindestens 10 Impfungen verabreicht haben

Datenbasis: Vertragsärztliche Abrechnungsdaten 2019

Druckfähige Version der Grafik des Monats März 2021

 

  

Februar 2021: Wenn Impfintervalle ausgeschöpft und die Kapazitäten gesteigert werden, kann die Bevölkerung bis zum Sommer deutlich besser gegen das COVID-19-Virus geschützt werden

 

Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) unterstützt die Bundesregierung bei Modellierungen für den Verlauf der Nationalen Impfkampagne gegen das COVID-19-Virus (https://www.zidatasciencelab.de/cov19vaccsim). Die ersten Ergebnisse dieser Modellierungen zeigen deutlich, dass die Impfkapazitäten rasch ausgebaut werden müssen, um die Bevölkerung in Deutschland zügig zu immunisieren. Die Bundesländer haben bereits zugesagt, ihre Kapazitäten von derzeit etwa 340.000 Dosen pro Tag bis März auf etwa 550.000 Dosen pro Tag zu steigern. Gleichzeitig wird politisch über das Ausschöpfen der nach Impfverordnung vorgesehenen Zeiträume zwischen Erst- und Zweitimpfung mit dem Ziel einer stärkeren Priorisierung von Erstimpfungen diskutiert.

In einer aktuellen Grafik modelliert das Zi die Folgen der diskutierten längeren Impfintervalle für die Zahl der Erstimpfungen bis zum Sommer. Dabei wurde für die vorhandene Impfkapazität die Zahl zusätzlich möglicher Erstimpfungen verglichen, wenn das Intervall zwischen Erst- und Zweitimpfung auf das Maximum des nach aktueller Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) Möglichen ausgedehnt wird und gleichzeitig keine Dosen mehr für spätere Zweitimpfungen zurückgelegt werden. Verglichen wird diese Prognose mit dem aktuellen Procedere, das sich durch das Zurücklegen von Zweitimpfungen in unterschiedlichem Ausmaß je Hersteller und einer Orientierung am Minimum des von der STIKO vorgeschlagenen Intervalls orientiert. In beiden Verfahrensweisen werden hier nur die derzeit zugelassenen Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna sowie AstraZeneca berücksichtigt.

Die Modellierung zeigt einen deutlichen Effekt der Optimierung, die sich auf ein Maximum kurzfristig zu verabreichender Erstimpfungen und kein Zurückhalten von Impfdosen konzentriert. Mit dieser Verfahrensweise könnten zum Osterwochenende bereits über 2 Millionen zusätzliche Erstimpfungen ausgegeben werden. Bis zum Beginn der Sommerferien in den ersten Bundesländern (21. Juni 2021) könnten sogar über 7,5 Millionen zusätzliche Erstimpfungen vorgenommen werden. Dann könnten 58 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Impfung erhalten. Im Unterschied dazu würden beim alternativen Impfregime nur etwa 47 Prozent diesen Schutz bis zum Sommer erhalten.

„Es wird deutlich, dass die Ausschöpfung von Impfintervall und Liefermengen kurzfristig einen klar positiven Effekt auf die allgemeine Durchimpfung der Bevölkerung hat. Dieser Effekt wird sich allerdings im Laufe des Sommers verringern, wenn die aktuell gemeldeten Impfkapazitäten der Impfzentren beibehalten werden. Eine weitere Aufstockung der Kapazitäten, etwa durch Einbindung der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte ist dringend erforderlich, um die prognostizierte positive Entwicklung fortzusetzen und diesen Durchimpfungstrend fortzusetzen. Im Lichte weiterer Impfstoffzulassungsverfahren (insbesondere Johnson & Johnson sowie Curevac) wird die benötigte Kapazitätsausweitung noch drängender, um das Potenzial der Impfstoff-Lieferungen voll auszunutzen“, sagte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dr. Dominik von Stillfried.

Bildunterschrift: Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi):
Potenzial zusätzlicher Erstimpfungen gegen das COVID-19-Virus bei Optimierung von Impfintervall und Liefermengen

Datenbasis: Robert-Koch-Institut (COVID-19-Impfmonitor), Bundesministerium für Gesundheit (Impfkapazitäten und Impfstofflieferungen) Stand: 26. Februar 2021

Druckfähige Version der Grafik des Monats Februar 2021

 

  

Januar 2021: Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte verordnen Kindern auch in der Corona-Pandemie weiterhin weniger Antibiotika

 

Winterzeit ist Erkältungszeit. Das lässt sich auch an den Verordnungszahlen spezifischer Arzneimittel ablesen: Wenn die symptomatische Therapie einer (Atemwegs-)Infektion nicht ausreicht, kann die Verordnung eines Antibiotikums indiziert sein. Somit unterliegt auch diese Wirkstoffklasse jahreszeitlichen Schwankungen, die sich jährlich wiederholen und auch oft Kinder unter 12 Jahren betreffen. Gerade jüngere Kinder erkranken in normalen Wintern immer wieder an Atemwegsinfektionen. Doch das Pandemiejahr 2020 ist auch in dieser Hinsicht nicht mit anderen Jahren vergleichbar. Insbesondere durch Schul- und Kitaschließungen, allgemeine Kontaktbeschränkungen sowie die zeitweise Sperrung von Spielplätzen haben (Atemwegs-)Infektionen bei Kindern insgesamt drastisch abgenommen. Dies spiegelt sich deutlich in den Antibiotikaverordnungszahlen wider.

„Die historisch niedrige Zahl der Antibiotika-Verordnungen zeigt zweierlei: Zum einen, dass die Kontaktbeschränkungen in der COVID-19-Pandemie auch andere Infektionen, insbesondere der oberen Atemwege, deutlich verringern. Zum anderen, dass Vertragsärztinnen und -ärzte einen wesentlichen Beitrag zur Vermeidung von Antibiotika-Resistenzen leisten, weil sie immer defensiver verordnen. Dies zeigen auch aktuelle Projekterfahrungen wie etwa im Innovationsfondsprojekt RESIST“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi), Dr. Dominik von Stillfried.

Während im Januar und Februar noch vergleichbar viele Antibiotika verordnet wurden (92 Prozent gegenüber 2019), sanken die Verordnungszahlen bereits im März merklich (82 Prozent gegenüber 2019), um dann im Juni mit nur noch 19 Prozent der Verordnungen von 2019 einen bislang einmaligen Tiefstand zu erreichen. Im Juli näherten sich die Verordnungszahlen den Vorjahren auf niedrigem Niveau wieder an (92 Prozent gegenüber 2019), um dann mit Beginn des Herbstes erste Hinweise auf das Ausbleiben der Erkältungssaison zu geben. So sind im Oktober nur 46 Prozent der Verordnungen von 2019 abgerechnet worden.

Datenbasis sind die rohen Arzneiverordnungsdaten der Apothekenrechenzentren, die gemäß § 300 SGB V an die Kassenärztlichen Vereinigungen übermittelt werden.

Bildunterschrift:
Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi):
Zahl der Antibiotika-Verordnungen bei Kindern auch in der Corona-Pandemie weiter rückläufig

Datenbasis:
Vertragsärztliche Arzneiverordnungsdaten 2018-2020.

Druckfähige Version der Grafik des Monats Januar 2021