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Abseits vom Mittelwert: Welche Zukunft hat die medizinische Versorgung in den Regionen?

19. September 2016 in Berlin

Hintergrund

Die Neugestaltung des Verhältnisses von Krankenhäusern und Arztpraxen wird zu einer gesundheitspolitischen Kernfrage der kommenden Legislaturperiode werden. Der geltende Rechtsrahmen für die Bedarfsplanung und Vergütung scheint nicht mehr zu den alltäglichen Anforderungen der Versorgungsrealität zu passen.

Thema

Die Arbeitsteilung zwischen Arztpraxen und Krankenhäusern unterliegt einem ständigen Wandel. Der medizinische Fortschritt ermöglicht immer mehr ambulante Behandlung; die Förderung ambulanter Versorgungsstrukturen und ein entsprechender Abbau stationärer Kapazitäten müssten die Folge sein, wenn medizinische Versorgung effizient gestaltet werden soll.

Der nötige Strukturwandel braucht völlig neue Zielvorstellungen: Leitbild muss eine Infrastruktur sein, in der ambulante und stationäre Versorgungsprozesse verzahnt sind. Zudem müssen die unterschiedlichen Voraussetzungen in ländlichen und in verdichteten, urbanen Räumen Berücksichtigung finden. Dabei können wir von internationalen und Best-Practice-Beispielen in Deutschland lernen. Denn trotz einheitlicher Rahmenbedingungen in der GKV gibt es keine gleichförmige Versorgung in Deutschland. Medizinische Versorgung ist ein lokales Phänomen mit jeweils eigenen kleinräumigen Besonderheiten.

Dennoch erhebt das Sozialgesetzbuch bislang meist den Mittelwert zum Standard. Wir fragen deshalb, ob andere Lösungen möglich sind, die mehr Dynamik erlauben.

Ziel

Für die Bedarfsplanung und die jährlichen Vergütungsverhandlungen bedarf es praktischer Antworten auf folgende Fragen:

  • Wie sollen die Versorgungsstrukturen in der ambulanten und stationären Versorgung in den Regionen Deutschlands weiterentwickelt werden?
  • Wieweit gilt es, regionale Besonderheiten zu schützen?
  • Wie können Ergebnisse der Versorgungsforschung in der Bedarfsplanung Anwendung finden?