Zentralinstitut - Springe direkt:

Regionale Besonderheiten der Versorgungs- und Versichertenstruktur: Herausforderung für die bedarfsgerechte Finanzierung der GKV?

25. Mai 2011 in Berlin

Anlass

Das Ziel der bedarfsgerechten Finanzierung vereint den Risikostrukturausgleich der Krankenkassen und die morbiditätsorientierte Gesamtvergütung für die vertragsärztliche Versorgung. Umstritten sind die Methoden. Berechnungsgrundlage für beide sind Risikoklassifikationsverfahren. Diese basieren auf den Kriterien Alter, Geschlecht und Morbidität. Jüngere Analysen zeigen aber, dass damit regionale Besonderheiten nicht ausreichend abgebildet werden.

Thema

Müssen die Risikoklassifikationsverfahren weiterentwickelt werden oder würden dadurch unerwünschte regionale Unterschiede konserviert? Muss der Risikostrukturausgleich verändert werden, um Risikoselektion wirksam auszuschließen oder werden dadurch alle Handlungsspielräume für regionale Verträge vernichtet? Ist eine regionalspezifische Finanzierung Voraussetzung oder Verhinderung einer zielgerichteten Versorgungsgestaltung auf Landesebene? Das geplante Versorgungsgesetz soll die Handlungsgrundlagen für die Gestaltung der Versorgung in den nächsten Jahren schaffen. Es besteht also Entscheidungsbedarf, wie mit dem empirischen Befund umzugehen ist, dass regionale Unterschiede in der bisherigen Finanzierung nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Durch die demografische Entwicklung werden sich die Anforderungen an die Versorgung in ländlichen und in städtischen Räumen deutlich verändern. Kann die Finanzierung dies künftig angemessen berücksichtigen?

Ziel

Im ersten Teil sollen empirische Befunde und methodische Ansatzpunkte vorgestellt werden. Der zweite Teil ist der Diskussion gewidmet, ob alle Einflussfaktoren sachgerecht erfasst werden können und ob diese als Normierungs- und Finanzierungskriterien Anwendung finden sollen.