Muskuloskelettale Deformitäten können langfristig zu degenerativen Gelenkerkrankungen, kostenintensiven Operationen und einer eingeschränkten Lebensqualität führen. Im Innovationsfondsprojekt OrthoKids wurde daher untersucht, ob eine fachorthopädische Vorsorgeuntersuchung im Alter von zehn bis 14 Jahren als ergänzende Früherkennungsmaßnahme zu einer veränderten Detektionsrate von muskuloskelettalen Deformitäten führt. In Baden-Württemberg wurden rund 12.000 Kinder und Jugendliche untersucht und mit einer historischen Kontrollgruppe verglichen.
Die Ergebnisse zeigen, dass eine spezialisierte orthopädische Vorsorgeuntersuchung zu signifikant höheren Detektionsraten häufiger Fehlstellungen führt. Auch die Prozessevaluation bestätigt das Potenzial von OrthoKids: Interviews mit Ärztinnen und Ärzten sowie Eltern zeigen eine hohe Akzeptanz, gute Machbarkeit im Praxisalltag und Bereitschaft zur Umsetzung in der Regelversorgung. Die gesundheitsökonomische Evaluation zeigt zudem einen im internationalen Vergleich akzeptablen Nutzwert.
Bei „Zi insights“ diskutieren Expertinnen und Experten aus Ärzteschaft, kassenärztlicher Versorgung und Selbsthilfe, welche Bedeutung die Ergebnisse für die orthopädische Vorsorge haben und inwiefern eine zusätzliche gesetzliche Untersuchung zwischen dem 10. und 14. Lebensjahr die Versorgungslücke zwischen U9 und J1 schließen kann.