Grafik des Monats

September 2026

2025 fast 10,7 Millionen Grippeschutzimpfungen in Vertragsarztpraxen, lediglich 218.000 in Apotheken // Im Oktober Hochlauf auf fast 5 Millionen Impfdosen // „Impfen ist ärztliche Kernaufgabe“

Zum morgigen Start der Aufmerksamkeitskampagne „Impfen beim Profi“ der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zeigt das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) in seiner aktuellen Grafik des Monats, welche Bedeutung die vertragsärztlichen Praxen für die Grippeschutzimpfung haben. Im Jahr 2025 haben die Vertragsärztinnen und -ärzte in Deutschland fast 10,7 Millionen Grippeschutzimpfungen dokumentiert – ein Plus von rund 750.000 Impfungen bzw. 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Vertragsarztpraxen erbringen damit weiterhin den Löwenanteil an Influenzaimpfungen. Zum Vergleich: Apotheken haben in der gesamten Herbst- und Wintersaison 2025/2026 lediglich rund 218.000 Grippeschutzimpfungen abgerechnet.

Die Monatszahlen zeigen, wie rasch die Impfkampagne im Herbst an Fahrt gewinnt. Im September 2025 wurden 742.585 Grippeschutzimpfungen in Vertragsarztpraxen abgerechnet, im Oktober bereits 4,96 Millionen – fast siebenmal so viele. Damit entfielen allein auf den Oktober rund 46 Prozent aller vertragsärztlichen Influenzaimpfungen des Jahres. Im November folgten weitere 3,26 Millionen Impfungen. Zusammen machten Oktober und November gut drei Viertel des Jahresvolumens aus.

„Unsere Zahlen belegen, dass die vertragsärztlichen Praxen das Rückgrat der Impfvorsorge sind und welche Kapazität sie gerade zu Beginn der Grippesaison mobilisieren: Fast fünf Millionen Impfungen allein im Oktober sind eine enorme Versorgungsleistung. Letztes Jahr sind dort insgesamt rund 40 Millionen Schutzimpfungen dokumentiert worden. Neben den knapp 10,7 Millionen Impfungen gegen Influenza verabreichten die niedergelassenen Haus- und Fachärztinnen und -ärzte 3,5 Millionen COVID-19-Impfungen sowie weitere 25,8 Millionen Impfungen gegen andere Infektionskrankheiten“, sagte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dr. Dominik von Stillfried. „Die meisten Impfungen werden durch die fast 56.000 Hausärztinnen und Hausärzte in Deutschland durchgeführt. Die Hausarztpraxen sind dabei weit mehr als eine erste Anlaufstelle. Sie kennen viele ihrer Patientinnen und Patienten in der Regel länger, oft seit Jahren oder Jahrzehnten. Sie ordnen Beschwerden ein, stellen Diagnosen, koordinieren Behandlungen und begleiten auch komplexe Krankheitsverläufe. Dabei müssen sie immer wieder entscheiden, ob abgewartet werden kann oder sofortiges Handeln nötig ist. Diese kontinuierliche medizinische Verantwortung lässt sich durch nichts ersetzen. Kurzum: Apotheken sind für Arztpraxen unverzichtbare Partner bei der Arzneimittelversorgung. Die medizinische Verantwortung gehört jedoch in ärztliche Hand“, so von Stillfried weiter.

Vor allem ältere Menschen nutzen die empfohlenen Impfungen noch zu selten. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) waren 2025 nur 34 Prozent der Menschen ab 60 Jahren gegen Influenza geimpft – der niedrigste Wert seit 17 Jahren. Die Impfquote gegen Pneumokokken verharrt seit mehreren Jahren bei 21 Prozent. Auch viele Erwachsene mit Grunderkrankungen haben keinen vollständigen empfohlenen Impfschutz. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt Menschen ab 60 Jahren Impfungen gegen Influenza, Pneumokokken und Herpes Zoster. Ab 75 Jahren kommen Impfungen gegen COVID-19 und das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) hinzu. Auch der Schutz gegen Tetanus und Diphtherie sollte regelmäßig überprüft und bei Bedarf aufgefrischt werden. Hier besteht Handlungsbedarf. Angesichts der geringen Impfzahlen in Apotheken wird jedoch die Annahme weitgehend widerlegt, es bedürfe nur zusätzlicher Anlaufstellen für das Impfen, um die Impfquoten zu verbessern, bekräftigte der Zi-Vorstandsvorsitzende abschließend.

Bildunterschrift:
Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi):
Anzahl der in Vertragsarztpraxen dokumentierten Grippeschutzimpfungen (Januar-Dezember 2025)

Datenbasis:
Bundesweite vertragsärztliche Abrechnungsdaten 2025


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Daniel Wosnitzka

Leiter Stabsstelle Kommunikation / Pressesprecher