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SmED – Strukturierte medizinische Ersteinschätzung in Deutschland

SmED steht für „Strukturierte medizinische Ersteinschätzung in Deutschland“. Es handelt sich hierbei um eine Ersteinschätzungssoftware, die den Anwender bei der Einschätzung der Beschwerden eines Patienten unterstützen kann. Durch gezielte und strukturierte Fragen ist die Software in der Lage, eine Empfehlung hinsichtlich der Behandlungsdringlichkeit und des angemessenen Behandlungsortes zu ermitteln. Diese Empfehlung unterstützt den Anwender bei der Entscheidung, welches die passende Versorgungsmöglichkeit für den Patienten ist.
SmED stellt dabei bewusst keine Diagnose. Dies bleibt weiterhin einer ärztlichen Untersuchung vorbehalten.

SmED setzt dabei inhaltlich auf einem in der Schweiz etablierten System der in4medicine AG auf. Dieses ist in der Lage, potentiell gefährliche Verläufe zu erkennen. Grundlage für die Identifikation gefährlicher Verläufe ist unter anderem das Projekt und die Publikation „Red Flags“ der Universität Bern, bei dem mehr als 250 wissenschaftliche Arbeiten berücksichtigt wurden. Ein komplexer Algorithmus vereint alle dabei gewonnenen Erkenntnisse in der Software, wodurch diese in der Lage ist, alltägliche, aber auch äußerst seltene Situationen zu beurteilen.
Die von SmED vorgegebene strukturierte Abfrage gewährleistet somit eine hohe Patientensicherheit, da abwendbare gefährliche Verläufe zutreffend identifiziert werden. Auf Seiten der Anwender sorgt sie für Handlungssicherheit, da die Nutzung des Medizinprodukts rechtliche Sicherheit gibt. Dabei ist die Schulung der Anwender im Umgang mit SmED ein wesentlicher Bestandteil des Systems.

Mehr als Triage

Die klare und nachvollziehbare Dokumentation und die Übergabe an behandelnde Ärzte in der Praxis oder dem Krankenhaus unterscheidet SmED von einem reinen Triagesystem, das vom Ansatz her lediglich die Dringlichkeit der Behandlung im Fokus hat; SmED geht mit den konkreten Handlungsempfehlungen für die Patienten, der Beschwerdedokumentation und einer denkbaren direkten Terminvereinbarung darüber hinaus.

Entwicklung und Beteiligte

SmED wurde für die Anwendung in Deutschland im Auftrag des Zi von der Firma HCQS (einem Gemeinschaftsunternehmen des Göttinger aQua-Instituts und der Schweizer in4medicine AG) entwickelt. Die Software ist als Medizinprodukt zertifiziert und unterliegt somit den strengen Qualitätsregulationen der Medizinproduktegesetzgebung. Ein medizinischer Beirat mit Vertretern von niedergelassenen Haus- und Fachärzten und der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) unterstützt die Entwicklung und Weiterentwicklung von SmED in allen seinen Varianten.

Die Weiterentwicklung der Software unter Berücksichtigung der Patientensicherheit, der Anwenderfreundlichkeit und der medizinischen Expertise wird über eine kontinuierliche Datenauswertung und die regelmäßige Erfassung und Beurteilung jeglichen Feedbacks erreicht. Hierbei spielt das Zi eine zentrale Rolle als Bindeglied zwischen den Anwendern und dem Hersteller.


SmED Telefon

SmED Telefon unterstützt das medizinische Fachpersonal am Telefon der Servicezentralen des ärztlichen Bereitschaftsdienstes unter der Nummer 116117 bei der systematischen Abfrage von Symptomen in Kombination mit allgemeinen und symptomspezifischen Risikofaktoren (z. B. Alter, Geschlecht, Begleitbeschwerden). Weitere Informationen erhalten Sie über den folgenden Link.

Details zum Projekt


SmED Kontakt / Kontakt+

Bei SmED Kontakt und SmED Kontakt+ handelt es sich um Weiterentwicklungen der SmED Telefon Variante. SmED Kontakt wurde für den mobilen Einsatz im Rettungsdienst entwickelt und SmED Kontakt+ ist die SmED Variante zum Einsatz am (gemeinsamen) Tresen. Damit haben beide Varianten den direkten Kontakt des Anwenders zum Patienten gemein.

Details zum Projekt


SmED Patient

SmED Patient ist die SmED Variante zur digitalen Selbsteinschätzung der eigenen Beschwerden. Sie wird demnächst online zur Verfügung stehen und kann genutzt werden, wenn Laien unsicher sind, wie sie mit einer gesundheitlichen Beschwerde umzugehen haben. SmED Patient stellt ihnen leicht verständliche Fragen und gibt ihnen im Anschluss konkrete Handlungsempfehlungen.

Details zum Projekt


AMA

Bei AMA handelt es sich um ein Critical Incident Reporting System (CIRS), also ein Berichts- und Lernsystem, für die Akutversorgung von Patienten in Deutschland. Über unten aufgeführten Link gelangen Sie auf die AMA Website, auf der Sie anonym über kritische Ereignisse, die in der Akutversorgung von Patienten auftraten, berichten oder die Meldungen anderer einsehen können. Dies ermöglicht das Voneinander-Lernen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite von AMA und in unserem Flyer.