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Wissenschaftspreis

Das Zi schreibt jährlich den mit 7.500 Euro dotierten Wissenschaftspreis „Regionalisierte Versorgungsforschung“ aus. Mit dem Preis zeichnen wir überdurchschnittlich gute Arbeiten auf dem Gebiet der Versorgungsforschung aus, die sich der Untersuchung regionaler Unterschiede in der Gesundheitsversorgung widmen.

Ausschreibung 2019

Das Zi hat Forscherinnen und Forscher zur Einsendung von wissenschaftlichen Arbeiten auf dem Gebiet der Erforschung regionaler Unterschiede in der medizinischen Versorgung eingeladen. Darunter fielen ausdrücklich auch Arbeiten, die sich mit der Umsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung der Versorgung beschäftigen, die sich aus Ergebnissen regionalisierter Versorgungsforschung ergeben. Einsendeschluss war der 26. Juli 2019. Prämierte Arbeiten werden im Laufe der zweiten Jahreshälfte auf dem Webportal www.versorgungsatlas.de veröffentlicht.

Preisträger 2018

Die Preisträger des Wissenschaftspreises 2018 sind zu gleichen Teilen Melissa Spoden (Technische Universität Berlin) und PD Dr. Andreas Kühnl mit Koautoren (Technische Universität München und Ludwig-Maximilians-Universität München).

Das Zi hat Spoden für die Arbeit „Amputationen der unteren Extremität in Deutschland – Regionale Analyse mit Krankenhausabrechnungsdaten von 2011 bis 2015“ prämiert. Kühnl hat die Jury mit seinem Forschungsprojekt „Räumliche Analyse der regionalen Krankenhausinzidenz und Krankenhaussterblichkeit von infrarenalen Aortenaneurysmen in Deutschland – Sekundärdatenanalyse der DRG-Statistik von 2005 bis 2014“ überzeugt. Beide Arbeiten stützen sich auf Daten der Krankenhausstatistik (DRG-Kalkulationsdaten). Die Analysen auf Kreisebene lassen kleinräumige Unterschiede erkennen. Der daraus abzuleitende Erkenntnisgewinn kann dazu beitragen, die Versorgung auf regionaler Ebene zu optimieren.

Die beiden Preisträger 2018 wurden auf dem Zi-Congress Versorgungsforschung am 5. und 6. Juni 2019 in Berlin geehrt. Das diesjährige Motto des Zi-Congresses lautete „Wie werden wir besser – Globales Lernen und regionales Handeln in der Versorgungsforschung“.

Die Berichte der Preisträger 2018:

Spoden M. Amputationen der unteren Extremität in Deutschland – Regionale Analyse mit Krankenhausabrechnungsdaten von 2011 bis 2015. Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi). Versorgungsatlas-Bericht Nr. 19/03. Berlin 2019. DOI: 10.20364/VA-19.03

Kuehnl A, Salvermoser M, Erk A, Trenner M, Schmid V, Eckstein HH. Räumliche Analyse der regionalen Krankenhausinzidenz und Krankenhaussterblichkeit von infrarenalen Aortenaneurysmen in Deutschland – Sekundärdatenanalyse der DRG-Statistik von 2005 bis 2014. Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi). Versorgungsatlas-Bericht Nr. 19/04. Berlin 2019. DOI: 10.20364/VA-19.04

Preisträger 2017

Boris Kauhl ist der Preisträger 2017 des mit 5.000 Euro dotierten Zi-Wissenschaftspreises „Regionalisierte Versorgungsforschung“. Mit dem Preis würdigt das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) herausragende wissenschaftliche Arbeiten aus dem Bereich der regionalbezogenen Versorgungsforschung. Mit seiner Studie zur kleinräumigen Verteilung der Hypertonie (Bluthochdruck) und assoziierten, bevölkerungsbasierten Risikofaktoren in Nordost-Deutschland konnte Kauhl die Jury überzeugen.

Dr. Dominik von Stillfried, Geschäftsführer des Zi, überreichte den Preis im Rahmen der Zi-Konferenz Versorgungsforschung am 14. September in Berlin. „Das Besondere der Arbeit ist unter anderem, dass sie neben demografischen Variablen, sozial benachteiligte Regionen und das Berufspendeln als Einflussgrößen auf Ebene der Gemeinden und Ortsteile einbezieht. Hinzu kommt die sehr gute Wahl der genutzten statistischen Methoden und Modelle, die zuverlässige und realitätsnahe Aussagen zu spezifischen Krankheitsrisiken ermöglichen“, lobte von Stillfried die Arbeit des Preisträgers. Kauhl konnte etwa nachweisen, dass Berufspendler rund um Berlin, Neubrandenburg und Schwerin ein erhöhtes Risiko haben, an Hypertonie zu erkranken.

Boris Kauhl, Jahrgang 1984, ist Geograph und Fachberater der AOK Nordost im Bereich Analysen und ärztliche Versorgung. Er promoviert aktuell an der Universität Maastricht.

Preisträger 2016

Der Zi-Wissenschaftpreis 2016 ging an Dr. Jan Bauer von der Universität Frankfurt und Andres Luque Ramos von der Universität Oldenburg. Sie wurden für ihre herausragenden Arbeiten auf dem Gebiet der regionalisierten Versorgungsforschung ausgezeichnet. Der insgesamt mit 5.000 Euro dotierte Preis wurde im Januar 2017 in Berlin verliehen.

Weitere Informationen zu den Preisträgern 2016

Preisträger 2015

Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hat zwei herausragende Methodenarbeiten mit dem Wissenschaftspreis „Regionalisierte Versorgungsforschung“ ausgezeichnet. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wurde am 25. November 2014 in Berlin jeweils zur Hälfte an das Autorenteam Dr. Peter Eibich von der Universität Oxford (UK) und Dr. Nicolas R. Ziebarth von der Cornell Universität in Ithaca (USA) sowie an eine Forschergruppe um Dr. Roman Mennicken vom Landschaftsverband Rheinland in Köln und Ingo Kolodziej vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung in Essen übergeben.

Kurzfassungen der Arbeiten sind im Versorgungsatlas veröffentlicht:

Eibich P, Ziebarth N. Struktur regionaler Gesundheitseffekte in Deutschland anhand Hierarchischer Bayes Modelle. Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi). Versorgungsatlas-Bericht Nr. 15/20. Berlin 2015. DOI: 10.20364/VA-15.20. URL: https://www.versorgungsatlas.de/themen/alle-analysen-nach-datum-sortiert/?tab=6&uid=70

Mennicken R, Kolodziej I, Augurzky B, Kreienberg R. Konzentration der Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Deutschland: Ist ein umfassender Zugang in Gefahr? Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi). Versorgungsatlas-Bericht Nr. 15/21. Berlin 2015. DOI: 10.20364/VA-15.21. URL: https://www.versorgungsatlas.de/themen/alle-analysen-nach-datum-sortiert/?tab=6&uid=71

Preisträger 2014

Dr. sc. hum. Lina Jansen vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg wird für ihre Studie über Zusammenhänge zwischen sozioökonomischen Bedingungen am Wohnort und Krebsüberleben in Deutschland mit dem Wissenschaftspreis „Regionale Gesundheitsforschung“ des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) ausgezeichnet. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wurde am 10. Dezember 2014 in Berlin übergeben. Dr. sc. hum. Lina Jansen ist Erstautorin einer Studie, in der Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums erstmals belegen konnten, dass das Krebsüberleben in Deutschland von den sozioökonomischen Bedingungen des Wohnorts abhängt. Für ihre Untersuchung haben die Wissenschaftler Daten der Jahre 1997 bis 2006 aus zehn bevölkerungsbezogenen Krebsregistern der Bundesländer ausgewertet. Einbezogen in die Studie waren 200 Landkreise insbesondere Nord- und Ostdeutschlands. Dr. Jansen und ihre Kolleginnen und Kollegen verglichen die relative Überlebensrate von Krebspatienten, die in den sozioökonomisch am stärksten benachteiligten Landkreisen lebten mit der Überlebensrate von Krebspatienten in allen anderen Landkreisen.

Die prämierte Arbeit ist im Versorgungsatlas veröffentlicht:

Jansen L, Eberle A, Emrich K, Gondos A, Holleczek B, Kajüter H, Maier W, Nennecke A, Pritzkuleit R, Brenner H. Zusammenhang zwischen sozio-ökonomischer Deprivation und dem Krebsüberleben in Deutschland (1997-2006). Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi). Versorgungsatlas-Bericht Nr. 14/10. Berlin 2014. DOI: 10.20364/VA-14.10. URL: https://www.versorgungsatlas.de/themen/alle-analysen-nach-datum-sortiert/?tab=6&uid=52

Preisträger 2012

Auf dem Zi-Forum „Räumliche Versorgungsforschung: Mehr Wissen für regionale Verantwortung“ am 16.10.2012 in Berlin hat das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung erstmals den Wissenschaftspreis „Regionalisierte Gesundheitsforschung“ vergeben: Preisträger sind Dr. Lars Eric Kroll und Dr. Thomas Lampert, wissenschaftliche Mitarbeiter am Robert Koch-Institut Berlin. Der prämierte Beitrag stellt eine Methode vor, mit der aus Befragungsdaten Schätzwerte für die Gesundheitsindikatoren „allgemeiner Gesundheitszustand“, „Rauchquote“ und „Häufigkeit der Adipositas“ auf der Ebene der Kreise und kreisfreien Städte ermittelt werden können.

Die ausgezeichnete Arbeit ist im Versorgungsatlas veröffentlicht:

Kroll LE, Lampert T. Kleinräumige Schätzung von Gesundheitsindikatoren auf Basis der GEDA-Studie 2009. Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi). Versorgungsatlas-Bericht Nr. 12/08. Berlin 2012. DOI: 10.20364/VA-12.08. URL: https://www.versorgungsatlas.de/themen/alle-analysen-nach-datum-sortiert/?tab=6&uid=31