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SmED

SmED - Strukturierte medizinische Ersteinschätzung in Deutschland

Seit Jahren ist der Trend zu beobachten, dass Patienten bei Beschwerden direkt in ein Krankenhaus gehen. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Patienten schätzen die Dringlichkeit Ihrer Beschwerden nicht richtig ein oder wissen nicht, an welchen Vertragsarzt sie sich stattdessen wenden können.

Ein Anruf beim ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116117 schafft Klarheit und wird aufgrund einer neuen Software noch zielgenauer sein. Die Software namens SmED (Strukturiertes medizinisches Ersteinschätzungsverfahren in Deutschland) dient zur Unterstützung der Disponenten und kann überall dort eingesetzt werden, wo hilfesuchende Patienten vorstellig werden, etwa auch in Bereitschaftsdienstpraxen oder in den Notfallambulanzen der Krankenhäuser. Ein Ziel ist, die Notaufnahmen der Krankenhäuser von sogenannten unechten Notfällen zu entlasten.

Dringlichkeit erkennen

SmED basiert auf einem System, mit dem Patientenbeschwerden hinsichtlich ihrer Dringlichkeit eingeschätzt und gezielte Empfehlungen ausgesprochen werden können, etwa: „sofort ins Krankenhaus“, „Termin beim niedergelassenen Arzt“ reicht aus oder „Hausmittel verschaffen Linderung“. SmED setzt inhaltlich auf einem in der Schweiz etablierten System der in4medicine AG auf. Grundlage für die Identifikation gefährlicher Verläufe ist unter anderem das Projekt und die Publikation „Red Flags“ der Universität Bern, bei dem mehr als 250 wissenschaftliche Arbeiten berücksichtigt wurden.

Die von SmED vorgegebene strukturierte Abfrage gewährleistet eine hohe Patientensicherheit, da abwendbare gefährliche Verläufe zutreffend identifiziert werden und sorgt auf Seiten der Disponenten für Handlungssicherheit. Die Schulung der Disponenten im Umgang mit SmED ist ein wesentlicher Bestandteil des Systems.

Mehr als Triage

Die klare und nachvollziehbare Dokumentation und die Übergabe an behandelnde Ärzte in der Praxis oder dem Krankenhaus unterscheidet SmED von einem reinen Triagesystem, das vom Ansatz her lediglich die Dringlichkeit der Behandlung im Fokus hat. SmED geht mit den konkreten Handlungsempfehlung für die Patienten, der Beschwerdedokumentation und einer denkbaren direkten Terminvereinbarung darüber hinaus.

Entwicklung und Beteiligte

SmED wird für die Anwendung in Deutschland im Auftrag des Zi von der Firma HCQS (einem Gemeinschaftsunternehmen des Göttinger aQua-Instituts und der Schweizer in4medicine AG) entwickelt. Ein medizinscher Beirat mit Vertretern von niedergelassenen Haus- und Fachärzten, dem Marburger Bund, der Deutschen Gesellschaft für Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA) sowie der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) unterstützt die Entwicklung an SmED.

DEMAND - Einsatz in Kassenärztlichen Vereinigungen

SmED wird im Rahmen des vom Innovationsfonds geförderten Projekts DEMAND ab dem ersten Quartal 2019 im Alltagseinsatz auf dem Gebiet von elf Kassenärztlichen Vereinigungen evaluiert und kontinuierlich verbessert sowie später über das Zi allen Kassenärztlichen Vereinigungen zur Verfügung stehen.

 

 

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Ziel

Entwicklung und Implementierung der Strukturierten medizinischen Ersteinschätzung in Deutschland (SmED)

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