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5. Juni 2019

Zi-Congress „Versorgungsforschung 2019“ am 5. und 6. Juni in Berlin

Internationale Experten aus medizinischer Forschung und Digitalwirtschaft diskutieren über Transformationspfade in der Gesundheitsversorgung

„Der Zi-Congress nimmt in diesem Jahr insbesondere die Digitalisierung in den Blick. In vielen Ländern, vor allem in den USA, sind in den letzten Jahren große Fortschritte mit der elektronischen Dokumentation in Form von digitalen Patientenakten erzielt worden. Wir wollen heute und morgen hören, ob und wie sich aus diesen Daten konkrete Erkenntnisse für die Forschung und die Praxis gewinnen lassen. Diese Frage steht pars pro toto für die wachsende Herausforderung, wie digitale Innovationen effizient in die medizinische Versorgung überführt werden können. Wir bewegen uns damit in einem Bereich, der geprägt ist von großer unternehmerischer Dynamik. Wir Vertragsärzte wollen mehr Digitalisierung, aber wir wollen an den Prozessen beteiligt werden und nicht Objekt unternehmerischer Konzepte sein“, so der Zi-Geschäftsführer Dr. Dominik von Stillfried heute bei der Eröffnung des Zi-Congresses „Versorgungsforschung 2019“ in Berlin. Digitale Dokumentation sollte als ärztliches Arbeitsinstrument verstanden werden und sollte entlasten. „Eine Digitalisierung in der Gesundheitsbranche, die ausschließlich auf der Seite des Patienten oder der Kostenträger ansetzt, wäre verfehlt. Auch dafür finden sich sicherlich gute internationale Beispiele“, sagte Stillfried weiter.

So berichten Dr. Paul Tang (Chief Health Transformation Officer, IBM Watson Health, USA) und Paul Bleicher (CEO Optum Labs, USA) über ihre Erfahrungen mit der Dokumentation und Analyse von Gesundheitsdaten in rund 100 Millionen digitalen Patientenakten. Thematische Schwerpunkte des Zi-Congresses sind darüber hinaus: Gesundheitssystementwicklung unter regionalen Aspekten, Leitlinien mit regionalen Schwerpunkten sowie die Bedeutung von Versorgungsforschung für Berufsverbände und Fachgesellschaften. Weitere internationale Referenten arbeiten in dem noch jungen Forschungsgebiet der Netzwerkanalysen. In exemplarischen Berichten, etwa auf Ebene der OECD, in Italien oder Norwegen werden Erkenntnisse der regionalisierten Versorgungsforschung zu konkreten Maßnahmen für die Verbesserung der medizinischen Versorgung genutzt.

Mitveranstalter des Zi-Congresses sind die Arbeitsgemeinschaft wissenschaftlich medizinischer Fachgesellschaften (AWMF), das deutsche Netzwerk Versorgungsforschung, die Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung (TMF) sowie als internationale Partner die OECD und die International Wennberg Collaborative (WIC). Der zweite Kongresstag fokussiert besonders auf konkrete Beiträge der Forschung für die Medizin unter Alltagsbedingungen. An dieser Diskussion beteiligen sich führende medizinische Fachgesellschaften und Berufsverbände, so etwa die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin, der Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte.

Am ersten Kongresstag wird zudem der Zi-Wissenschaftspreis vergeben. Ausgezeichnet werden in diesem Jahr zwei herausragende wissenschaftliche Arbeiten zur Erforschung regionaler Unterschiede in der Gesundheitsversorgung. Die Preisträger sind zu gleichen Teilen Melissa Spoden (Technische Universität Berlin) und PD Dr. Andreas Kühnl mit Koautoren (Technische Universität München und Ludwig-Maximilians-Universität München). Der Zi-Wissenschaftspreis wird jährlich vergeben und ist mit 7.500 Euro dotiert.

Das Zi hat Spoden für die Arbeit „Amputationen der unteren Extremität in Deutschland – Regionale Analyse mit Krankenhausabrechnungsdaten von 2011 bis 2015“ prämiert. Kühnl hat die Jury mit seinem Forschungsprojekt „Räumliche Analyse der regionalen Krankenhausinzidenz und Krankenhaussterblichkeit von infrarenalen Aortenaneurysmen in Deutschland – Sekundärdatenanalyse der DRG-Statistik von 2005 bis 2014“ überzeugt. Beide Arbeiten stützen sich auf Daten der Krankenhausstatistik (DRG-Kalkulationsdaten). Die Analysen auf Kreisebene lassen Unterschiede in der medizinischen Versorgung erkennen. Der daraus abzuleitende Erkenntnisgewinn kann dazu beitragen, die Versorgung auf regionaler Ebene zu optimieren.

Weitere Informationen sowie das Tagungsprogramm finden Sie hier: www.zi-congress.de

Die Pressemitteilung zum Download

 


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