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22. Januar 2019

Zunahme der Herzinsuffizienz durch demografische Alterung

Versorgungsatlas untersucht zeitliche Entwicklung der Erkrankungshäufigkeit und regionale Unterschiede

Im Jahr 2017 wurden bundesweit etwa 2,5 Mio. gesetzlich krankenversicherte Patienten wegen einer Herzinsuffizienz ambulant medizinisch betreut. Seit 2009 nahm der Anteil der Betroffenen unter allen gesetzlich Versicherten von 2,9 Prozent auf 3,4 Prozent zu. Dies entspricht einem Anstieg von rund 400.000 Fällen.

Dieser deutliche Zuwachs kann primär auf die sogenannte demografische Alterung, also das steigende Durchschnittsalter der deutschen Bevölkerung zurückgeführt werden. Das folgern die Wissenschaftler des Versorgungsatlas, die in einer aktuell veröffentlichten Studie die Abrechnungsdaten aus der vertragsärztlichen Versorgung ausgewertet haben. So nahm die Zahl der Menschen im Alter von mindestens 75 Jahren zwischen 2009 und 2017 um 24 Prozent zu, die Anzahl im Alter von mindestens 90 Jahren stieg sogar um 60 Prozent. Nach Berechnungen des Versorgungsatlas-Teams waren mehr als die Hälfte der hinzugekommenen Fälle auf die wachsende Zahl älterer Menschen zurückzuführen. Herzinsuffizienz betrifft vorwiegend ältere Menschen: 2017 waren etwa drei Viertel der Patienten mit Herzinsuffizienz 70 Jahre und älter.

Auffallend ist auch die unterschiedliche regionale Verteilung der Erkrankungshäufigkeit. Im Jahr 2017 wurden besonders viele Fälle in Sachsen-Anhalt und Thüringen gefunden werden. In den Bundesländern Hamburg, Schleswig-Holstein und Hessen trat die Herzinsuffizienz hingegen mit deutlich geringerer Häufigkeit auf. Insgesamt war der Anteil Erkrankter in den neuen Bundesländern mit durchschnittlich 4,5 Prozent um 40 Prozent höher als in den alten Bundesländern mit 3,2 Prozent. Ein Teil dieses Unterschieds ist auf den höheren Bevölkerungsanteil älterer Menschen in Ostdeutschland zurückzuführen. Werden die Unterschiede in der Altersstruktur der Bundesländer herausgerechnet, liegt die regionale Variation durchschnittlich um etwa 30 Prozent niedriger.

Weitere Informationen
Auswertung des Versorgungsatlas zur Herzinsuffizienz

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