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2. Juli 2020

Ambulante Notfallversorgung: steigende Hausbesuchszahlen in Folge der Corona-Krise

Zi-Vorstand äußert sich zu Vorwürfen der Deutschen Krankenhausgesellschaft

Die Zahl der Hausbesuche im organisierten Notdienst der Kassenärztlichen Vereinigungen ist in der Corona-Krise deutlich gestiegen, in den letzten beiden Märzwochen des Jahres 2020 um ca. 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig ist die Zahl der ambulanten Notfälle, zum Beispiel in den Bereitschaftsdienstpraxen und in den Notfallambulanzen der Krankenhäuser, um ca. 25 Prozent gesunken. Dies geht aus ersten, noch vorläufigen Datenanalysen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) auf Basis von Frühinformationen aus der Abrechnung des 1. Quartals 2020 hervor. Das Zi reagiert damit auf die gestrige Stellungnahme der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) zu deren Aktivitäten während der Hochphase der COVID-19-Pandemie.

„Die Aussagen der Deutschen Krankenhausgesellschaft sind mit der Datenlage nicht vereinbar“, sagte Dr. Dominik von Stillfried, Vorstandsvorsitzender des Zi. „Einen Ansturm auf die Notfallambulanzen hat es nicht gegeben. Das Gegenteil ist der Fall. Im Zuge der Corona-Krise war die Bevölkerung sehr vorsichtig mit Besuchen in den Notfallambulanzen, was zu den erheblichen Fallzahlrückgängen führte. Dieser Rückgang wurde zum Teil durch den fahrenden Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigungen aufgefangen. Auch die Vorwürfe der DKG, die Praxen hätten für die Versorgung ihrer Patienten nicht zur Verfügung gestanden, lässt sich auf Basis der Daten nicht bestätigen. Insbesondere im hausärztlichen und grundversorgenden fachärztlichen Bereich ist die Zahl der abrechnenden Ärzte in den letzten beiden Märzwochen gegenüber dem Vorjahr konstant geblieben. Auch wenn insbesondere ältere Patienten die Praxis seltener aufgesucht haben, standen die Niedergelassenen für die Versorgung zur Verfügung“, so von Stillfried. Das Zi wird den kompletten Zahlenbericht zur Veränderung der Inanspruchnahme in der vertragsärztlichen Versorgung im Zuge der Corona-Krise Ende Juli veröffentlichen.
 

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