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Grafik des Monats 2018

Druckfähige Versionen aller Grafiken stellen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Bei Interesse und allen weiteren Fragen zur Grafik des Monats wenden Sie sich gerne an unseren Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Robert Deg.

August 2018: Preisentwicklung für ärztliche Leistungen auf niedrigem Niveau

Wie haben sich die Preise für Leistungen der Vertragsärzte und Psychotherapeuten in den letzten Jahren im Vergleich zum Krankenhausbereich und zur generellen Lohnsteigerung entwickelt? Diese Frage hat das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) untersucht und legte maßgebliche Zahlen nebeneinander. Die Antwort fällt für die Vertragsärzte ernüchternd aus. 

In den Jahren 2010 bis 2017 stieg der Nominallohnindex aller Angestellten in Deutschland um knapp 19 Prozent. Der Tarifvertrag für leitende Oberärzte im Krankenhaus führte im selben Zeitraum zu einer Gehaltssteigerung von etwa 15 Prozent, wobei Sonderentgelte hier nicht eingerechnet sind. Ebenso nahm der Bundesbasisfallwert der Krankenhäuser um 15 Prozent zu. Dieser Wert bestimmt, welche Eurobeträge die Krankenkassen für die nach Schweregrad gegliederten Behandlungspauschalen an die Krankenhäuser zahlen müssen. Die Preise der ärztlichen Leistungen für gesetzlich Krankenversicherte basieren auf einer Punktzahlbewertung im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM). Multipliziert mit dem bundeseinheitlichen Orientierungswert für die Vertragsärzte und Psychotherapeuten resultiert ein Eurobetrag. Die Entwicklung des Orientierungswerts bestimmt daher maßgeblich die Einnahmen der Praxen. Dieser Wert verzeichnete lediglich einen Zuwachs von rund 6 Prozent und lag damit deutlich unter den herangezogenen Vergleichswerten.

Hintergrund 

Nominallohnindex: Auf Grundlage der durchschnittlichen Bruttoarbeitsverdienste (inklusive Sonderzahlungen) aus dem produzierenden Gewerbe und dem Dienstleistungsbereich errechnet das Statistische Bundesamt den Nominallohnindex. Weitere Informationen unter:

https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/VerdiensteArbeitskosten/ReallohnNetto/Reallohnindex.html

Bundesbasisfallwert Krankenhäuser: Die Höhe des Preises von DRG-Leistungen in Krankenhäusern ist Ländersache. Mithilfe des Bundesbasisfallwerts sollen unterschiedlich hohe Fallwerte der Länder in einen bundesweiten Preiskorridor geführt werden. 

Weitere Informationen unter: 

http://www.aok-gesundheitspartner.de/bund/krankenhaus/lbfw/bfw/index_09446.html

Tarifvertrag für Ärzte: Die dargestellten Daten beziehen sich auf angestellte Ärzte an kommunalen Krankenhäusern im Bereich der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände. 

Weitere Informationen unter: 

oeffentlicher-dienst.info/aerzte/kommunal/tr

Orientierungswert Vertragsärzte: Die Bezahlung im vertragsärztlichen Bereich setzt sich aus der Anzahl der Punkte einer Leistung und der Höhe der Punktwerte zusammen. Auf Bundesebene wird der Orientierungswert für die Höhe der Punktwerte ausgehandelt. Weiter Informationen unter: 

Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi): Entwicklung Orientierungswert 2010 bis 2017 im Vergleich.

Juli 2018: Fast alle Hausärzte verordnen fast alle neuen Wirkstoffe

Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) hat untersucht, inwieweit Vertragsärzte neue Wirkstoffe verordnen. Aufgrund des zum 1. Januar 2011 in Kraft getretenen Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetzes (AMNOG) muss der Gemeinsame Bundesausschuss für Arzneimittel mit neuen Wirkstoffen spätestens sechs Monate nach Markteintritt über einen Zusatznutzen entscheiden.

Laut der Zi-Auswertung haben im Kalenderjahr 2016 über 90 Prozent der hausärztlich tätigen Vertragsärzte mindestens fünf Mal einen der relativ neu verfügbaren Wirkstoffe verordnet. Gleichzeitig verordnen Hausärzte auch über 90 Prozent (156 von 171) der bislang bewerteten Wirkstoffe. Dies ist laut Zi insofern überraschend, da gemeinhin vermutet wurde, dass diese neuen Wirkstoffe aufgrund der zugelassenen Anwendungsgebiete tendenziell eher im fachärztlichen Bereich verordnet werden. Das Zi führt dies darauf zurück, dass hausärztlich tätige Ärzte insgesamt auf ein breites Spektrum an Wirkstoffen zurückgreifen, während Fachärzte aufgrund der Spezialisierung typischerweise eine engere Auswahl an Wirkstoffen einsetzen. Im fachärztlichen Bereich führen die Hautärzte die Verordnung mit neuen Wirkstoffen an, gefolgt von den Neurologen.

Datenbasis der Zi-Auswertung waren die ambulanten Arzneiverordnungsdaten von GKV-Versicherten des Jahres 2016. Die Anzahl der Wirkstoffe, die die frühe Nutzenbewertung durchlaufen haben, ist seit Inkrafttreten der Regelung stetig angestiegen. Im Zeitraum 2011 bis 2016 waren insgesamt 171 für den ambulanten Bereich relevante Wirkstoffe in der frühen Nutzenbewertung.

Bildunterschrift
Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi): Verordnung von neuen Wirkstoffen nach Fachgruppen im Jahr 2016.

 

Juni 2018: Gleiche Arbeit, anderer Preis: Vergütungsunterschiede bei ambulanter und stationärer Versorgung

Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hat das IGES-Institut mit einem Gutachten beauftragt, in dem exemplarisch die Vergütungsunterschiede anhand von vier Behandlungsanlässen gegenübergestellt werden, deren Versorgung sowohl ambulant als auch stationär erfolgen kann. Ergebnis: Durch eine kurzzeitige stationäre Aufnahme erhalten die Krankenhäuser eine deutlich höhere Vergütung für eine ambulant durchführbare Leistung. 

„Das IGES-Gutachten zeigt in konkreten Euro-Beträgen, wie groß die Unterschiede tatsächlich sind und führt damit eindrucksvoll vor Augen, wo echte Wirtschaftlichkeitspotentiale im Gesundheitswesen liegen“, erklärt Dr. Dominik von Stillfried, Geschäftsführer des Zi. „Vor diesem Hintergrund sprechen wir uns für eine ortsunabhängige Gebührenordnung für alle ambulant durchführbaren Leistungen aus. Diese sollten nach gleichen Kriterien vergütet werden, unabhängig davon, ob die Behandlung in der Arztpraxis oder im Krankenhaus erfolgt“, so von Stillfried weiter. Hierfür müssten die diagnosebezogenen Pauschalen, nach denen die stationäre Behandlung vergütet wird, um die ambulant durchführbaren Leistungen bereinigt werden. 

Anstoß für das Gutachten war eine Passage im aktuellen Koalitionsvertrag, wonach eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe eingerichtet wird, um die Rahmenbedingungen für die sektoren-übergreifende Versorgung zu verbessern. In diesem Zusammenhang sollen auch Fragen zur Honorierung angesprochen werden.

In dem IGES-Gutachten wurde die Vergütung in der Versorgung von Diabetes mellitus, nicht schwere kardiale Arrhythmien, Schlafapnoe/Polysomnographie und gastroenterologische Erkrankungen verglichen.

Eine ambulante Diabetes mellitus-Behandlung wird mit 139 Euro vergütet. Hierbei sind in der Regel einmalige Kosten für Patientenschulungen von etwa 100 Euro, die im Rahmen eines Disease-Management-Programms abgerechnet werden können, nicht enthalten. Die Diabetes-Behandlung im Krankenhaus kostet am ersten Tag 520 Euro und somit um das 3,8fache mehr. Werden Diabetes-Patienten einen weiteren Tag im Krankenhaus behandelt, schlägt das laut Gutachten mit 2.299 Euro zu Buche und übertrifft damit die ambulante Behandlung um das 16,6fache.

Die Behandlung von nicht schweren kardialen Arrhythmien werden bei ambulanter Behandlung mit 289 Euro vergütet. Der erste Behandlungstag im Krankenhaus kostet hingegen 646 Euro und somit das 2,2fache mehr und für einen zweiten Behandlungstag fallen 1.529 Euro an, dies entspricht dem 5,3fachen der ambulanten Vergütung.

Ähnlich sieht es bei der Schlafapnoe/Polysomnographie und den gastroenterologischen Erkrankungen aus, die schon am ersten Behandlungstag im Krankenhaus um das 1,3fache (Schlaf) bzw. 1,1fache (Gastro) teurer sind wie eine ambulante Behandlung. Bezieht man einen zweiten Behandlungstag im Krankenhaus in die Betrachtung mit ein, wachsen die Vergütungsunterschiede bei der Schlafapnoe um das 2,3fache und bei den gastroenterologischen Erkrankungen um das 2,8fache an.

Bildunterschrift
Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi): Vergütungsunterschiede ambulant zu stationär 2018.

Mai 2018: Ausgabenbegrenzung trifft Ärzte vor allem bei der Behandlung von multimorbiden Versicherten

Wie verteilen sich die Ausgaben für die ambulante ärztliche Versorgung auf die gesetzlich Versicherten? Dieser Frage ist das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) in einer Auswertung von ärztlichen Abrechnungsdaten des Jahres 2015 nachgegangen. Es wurde hierfür nur die sogenannte morbiditätsbedingte Gesamtvergütung (MGV) herangezogen, die einen wesentlichen Teil der ärztlichen Vergütung ausmacht, aber in ihrer Höhe gesetzlich begrenzt ist. Alle gesetzlich Versicherten (73 Mio.) wurden in zehn gleich große Gruppen (Dezile) aufgeteilt, so dass in jeder Gruppe zehn Prozent (7,3 Mio.) aller gesetzlich versicherten Personen vertreten sind. Insgesamt betrugen die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für die vertragsärztliche Versorgung im Jahr 2015 etwa 35,6 Milliarden Euro, davon entfielen rund 24 Milliarden Euro auf die MGV. Das Zehntel der Versicherten mit dem geringsten Versorgungsaufwand beanspruchte 0,1 Prozent der MGV, das Zehntel mit dem höchsten Versorgungsaufwand verbrauchte 34,8 Prozent (rund 8,4 Milliarden Euro).

Aufgrund der gesetzlichen Ausgabenbegrenzung (Budgetierung) erhalten die Vertragsärzte und Psychotherapeuten allerdings nicht den vollen Gegenwert ihrer Arbeit erstattet. Über alle Fachgebiete hinweg werden etwa 10 Prozent der durchgeführten ärztlichen Leistungen nicht ausbezahlt, wobei es erhebliche Unterschiede je nach Fachgebiet und Region gibt. Für das Zehntel der Patienten, für die die meisten Leistungen durchgeführt wurden, mussten die Vertragsärzte mit knapp 1 Milliarde Euro auch absolut die höchsten Abzüge hinnehmen. Damit trifft die gesetzliche Ausgabenbegrenzung insbesondere die Vertragsärzte, wenn sie Patienten behandeln, die aufgrund von Mehrfacherkrankungen (Multimorbidität) häufig auf ärztliche Hilfe angewiesen sind. In der privaten Krankenversicherung existiert eine gesetzliche Ausgabenbegrenzung nicht.

Die Auswertung erfolgte im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Die KBV setzt sich für eine Aufhebung der Ausgabenbegrenzung insbesondere für die ärztlichen Grundleistungen ein.

Bildunterschrift

Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi): Ambulante ärztliche Versorgung - Verteilung der morbiditätsorientierten Vergütung (MGV) auf die gesetzlich Versicherten im Jahr 2015.

März 2018: Ausgaben für Arzneimittel gegen Hepatitis C

Bei der Behandlung von Hepatitis C wurden in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Die Schlüsselsubstanz Sofosbuvir der neuen Therapie-Ära, eingesetzt bei allen Hepatitis C-Virus-Genotypen, wurde unter dem Handelsnamen Sovaldi im Februar 2014 in Deutschland auf den Markt gebracht. Wegen des hohen Verkaufspreises auch als „1.000-$-Pille“ bekannt geworden, gilt Sovaldi als die ökonomisch erfolgreichste Arzneimittel-Einführung aller Zeiten. Kurz danach kamen weitere Arzneimittel auf den Markt, die therapieergänzend oder mit anderen Wirkstoffen ebenfalls in der Behandlung eingesetzt werden.

Anfang 2014 stiegen die Verordnungszahlen in Deutschland sehr schnell an. Im Jahr 2015 nahmen insgesamt knapp 22.000 Patienten Medikamente gegen Hepatitis C und nur in diesem einen Jahr wurden knapp 1,4 Milliarden Euro Bruttoverordnungskosten ausgelöst. Der höchste Stand der Verordnungen wurde im 1. Quartal 2015 erreicht. Danach gingen die Verordnungszahlen zurück, weil immer mehr Patienten dauerhaft geheilt werden konnten. Im 4. Quartal 2017 lagen die Bruttoverordnungskosten nur noch bei rund 126 Mio. Euro.

Hepatitis C ist weltweit eine der führenden Ursachen der Leberzirrhose. Die Krankheit verläuft je nach Patient sehr unterschiedlich. Die akute Infektion bleibt wegen der fehlenden oder nur leichten grippeähnlichen Symptomatik oft unbemerkt und heilt bei etwa einem Viertel der Betroffenen in wenigen Monaten von selbst aus. Bei 60 bis 85 Prozent der Patienten entwickelt sich eine chronische Hepatitis C, die meist über Jahre unbemerkt verläuft und trotzdem fortschreiten kann. Die Zeitdauer von der Infektion bis zur Entwicklung einer Leberzirrhose kann zwischen 10 und 50 Jahre betragen.

Bildunterschrift
Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi): Ausgabenentwicklung für Medikamente gegen Hepatitis C von Ende 2013 (I) – 2017 (IV).

Weitere Informationen
Die Grafik des Monats März bezieht sich auf den Rx-Trendbericht des Zi. Vertiefende Informationen zu den Hepatitis C-Verordnungen finden Sie dort ab 9. April 2018 unter: https://www.zi.de/cms/projekte/rx-trendbericht/thema-im-fokus/

  

Februar 2018: Unterschiedliche gesetzliche Rahmenbedingungen führen zu deutlichen Preisunterschieden im Krankenhausbereich und bei Vertragsärzten

Die jährliche Anpassung der Preiskomponente verläuft bei den Vertragsärzten und im Krankenhausbereich seit Jahren sehr unterschiedlich. Im Zeitraum 2013 bis 2018 stieg die Preiskomponente im Krankenhausbereich insgesamt um 15,8 Prozent, während die Vertragsärzte im gleichen Zeitraum lediglich 7,3 Prozent mehr erhielten. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Auswertung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi).

Pro Jahr betrug die Differenz jeweils zwischen 1,1 bis 1,8 Prozent, so dass den Vertragsärzten im gesamten Zeitraum von 2013 bis 2018 8,5 Prozent weniger zugestanden wurde. Die Preisfestlegung für Krankenhausleistungen war in den sechs Jahren folglich mehr als doppelt so hoch wie für vertragsärztliche Leistungen. 

Der Grund für die unterschiedliche Entwicklung liegt in den gesetzlichen Vorgaben: Nach § 10 Abs. 6 Krankenhausentgeltgesetz (KHEntgG) richtet sich die jährliche Veränderungsrate für den Basisfallwert grundsätzlich nach dem Anstieg der Kosten. Steigen die beitragspflichtigen Löhne und Gehälter der Versicherten stärker als die Kosten, wird diese höhere Rate an die Krankenhäuser weitergegeben (Meistbegünstigungsklausel).  

Auch für die Leistungen der niedergelassenen Ärzte wird jährlich ein Punktwert festgelegt. Dieser muss aber mit den Krankenkassen ausgehandelt werden. Zwar soll die Entwicklung der Praxiskosten berücksichtigt werden, Abschläge für sogenannte Wirtschaftlichkeitsreserven sind aber auch möglich. Es fehlt eine entsprechende Regelung wie im Krankenhausentgeltgesetz, durch die sichergestellt würde, dass die Krankenkassen Erträge in wirtschaftlich guten Zeiten auch an die Praxen weitergeben.   

Durch die Meistbegünstigungsklausel sollen insbesondere die Personalkosten in den Krankenhäusern finanziert werden. Die Personalkosten machen etwa 66 Prozent aller Kosten eines Krankenhauses aus. Dabei stieg der Basisfallwert für die Krankenhäuser deutlich stärker als der Nominallohnindex des Statistischen Bundesamts, so dass im Vergleich zur allgemeinen Lohnentwicklung mehr Geld in die Krankenhäuser floss. 

In den Arztpraxen liegt der Personalkostenanteil mit etwa 75 Prozent deutlich höher als in den Krankenhäusern. Die Entwicklung des Orientierungswerts blieb aber ein Drittel hinter der allgemeinen Nominallohnentwicklung zurück. „Im Ergebnis führt dies dazu, dass Arztpraxen immer weniger Wert werden. Im Vergleich zu den Krankenhäusern ist das eine einseitige und nicht nachvollziehbare Benachteiligung der Vertragsärzte. Wer die Niederlassung fördern will, muss hier ansetzen“, erklärt Dr. Dominik von Stillfried, Geschäftsführer des Zi.

Hinweis
Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi): Entwicklung der Preiskomponente der Jahre 2013 - 2018.

  

Januar 2018: Von ‚Budgetferien‘ keine Spur – Analyse der Arzneimittelverordnungen widerlegt Schlussfolgerungen anderer Studien  

Niedergelassene Vertragsärzte stehen immer wieder in der Kritik, zum Quartalsende hin weniger für ihre Patienten da zu sein. Diese Schlussfolgerung wurde auch jüngst in einer Hamburger Studie gezogen, die Häufigkeiten abgerechneter Leistungen zu Quartalsbeginn und Ende verglich. Aufgrund von Besonderheiten der Gebührenordnung lassen sich viele Leistungen kaum taggenau zuordnen. Somit kommen die Hamburger Forscher zu falschen Ergebnissen. Zu diesem Schluss kommt das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) nach einer Auswertung von über 677 Mio. Arzneimittelverordnungen des Jahres 2015 für die gesetzlich Versicherten. Für jede Verordnung liegt ein taggenaues Verordnungsdatum vor. Das Zi untersuchte die Verordnungen im Jahresverlauf. Patienten die Arzneimittel benötigten, bekamen jeweils innerhalb eines Monats durchschnittlich etwa 1,7 Arzneimittel verordnet. Die Verordnungen, und damit auch die Arztkontakte, sanken in den ersten drei Quartalen jeweils in den mittleren Monaten des jeweiligen Quartals (Februar, Mai und August) ab und stiegen zum Quartalsende (März, Juni und September) wieder an. Nur im vierten Quartal fallen die Verordnungen zum Jahresende hin leicht ab.  

Die Zi-Auswertung ist ein Hinweis darauf, dass das Quartalsende nicht die Bereitschaft der Ärzte dämpft, sich um ihre Patienten zu kümmern. Laut Zi sind die Gründe für diese Wellenbewegungen eher saisonal begründet und im Zusammenhang mit den jeweiligen Feiertagen und Ferienzeiten zu sehen, in denen weniger Patienten die Arztpraxen aufsuchen. Eine ausführliche Publikation ist in Vorbereitung.


Hinweis
Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi): Entwicklung der Arzneimittelverordnungen in Deutschland im Jahr 2015.