Zentralinstitut - Springe direkt:

22. Juni 2017

Ambulant vor stationär – In der Orthopädie könnte es besser sein

81 Prozent der Krankenhaus-Fälle bei Rückenschmerzen könnten ambulant behandelt werden

81 Prozent aller Rückenschmerz-Fälle, die im Krankenhaus behandelt werden, könnten auch ambulant versorgt werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) geförderte Studie, die Daten aus dem Jahr 2012 ausgewertet hat.

Auffallend ist, dass in Regionen, die einen verhältnismäßig hohen Anteil an niedergelassenen Orthopäden vorweisen, die Anzahl der stationär behandelten Fälle und Patienten niedriger liegt. „Die Forderung nach weniger ambulant tätigen Fachärzten, und das gilt auch für Orthopäden, ist deshalb nicht nachvollziehbar“, sagt Dr. Dominik von Stillfried, Geschäftsführer des Zi. „Verringert man die Arztsitze der Orthopäden, steigen die Behandlungskosten in den Krankenhäusern“, erklärt von Stillfried. Außerdem sinken die Operationszahlen in einer Region, je höher die Dichte an Orthopäden ist, da vermehrt konservativ behandelt wird. Diese Erkenntnisse stehen im Einklang mit anderen Studien und Analysen, etwa von der Bertelsmann Stiftung oder dem WIdO (wissenschaftliches Institut der AOK), die zu vergleichbaren Ergebnissen kommen.

Weitere Informationen
Ein konsentierter deutscher Katalog ambulant-sensitiver Diagnosen

Die pdf-Version der Pressemitteilung finden Sie hier.