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10. Oktober 2016

Zi zu Schummel-Vorwürfen der TK: Verfahren und Datengrundlagen stärken statt abschaffen

Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) plädiert in der Diskussion um Kodierungsmethoden für eine Stärkung von Datengrundlagen und Verfahren. Den Risikostrukturausgleich als gescheitertes Modell anzuprangern sei der falsche Weg, erklärt Zi-Geschäftsführer Dr. Dominik von Stillfried. „Schließlich will ja auch niemand Steuersystem und Finanzämter abschaffen, nur weil Einzelne Steuern hinterziehen oder bestechlich sind. Notwendig ist stattdessen, die Datengrundlage zu stärken und Klassifikationsverfahren weiterzuentwickeln, um so Versorgungs-realitäten besser abzubilden.“

Der Zi-Geschäftsführer reagiert damit auf Äußerungen von TK-Chef Jens Baas, der Krankenkassen, Ärzten und Aufsichtsbehörden „Schummeleien“ vorgeworfen hatte, mit denen sie mehr Geld aus dem Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) zu erhalten versuchten.

Von Stillfried fordert angesichts der harten Wettbewerbsmethoden innerhalb der Kassenlandschaft vielmehr, Aufsichten und Kontrollen zu verstärken. „Es muss sichergestellt werden, dass von den Mitteln aus dem Morbi-RSA letztlich wirklich die profitieren, die auf eine gute und umfassende Versorgung angewiesen sind: die Patienten“, erklärt der Zi-Geschäftsführer. Niedergelassene Ärzte müssten für ihre Behandlungen so vergütet werden, dass sie ihre Arbeit bestmöglich leisten können – unabhängig davon, in welcher Region sie tätig sind.

Wie Klassifikationsmodelle unter wirtschaftlichen und Versorgungs-aspekten sinnvoll weiterentwickelt werden können, diskutiert das Zi bei einer Tagung am 18. November 2016 in Berlin. Zu dieser Konferenz laden wir Sie herzlich ein. Das Programm finden Sie hier.