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02. September 2015

Wirtschaftliche Lage niedergelassener Ärzte deutlich verschlechtert – weniger Investitionen – erste Ergebnisse aus Zi-Umfrage

Die wirtschaftliche Lage niedergelassener Ärzte hat sich deutlich verschlechtert. Das geht aus der jüngsten Praxisumfrage des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hervor. Erste Ergebnisse belegen demnach rückläufige Überschüsse bei gleichzeitig stark gestiegenen Betriebskosten. Als Folge daraus zeichnet sich ab, dass Ärzte erheblich zurückhaltender in ihre Praxis investieren.

Der Jahresüberschuss sank demnach inflationsbereinigt zwischen 2010 und 2013 um 1,5 Prozent auf 144.900 Euro je Praxisinhaber. Die Betriebskosten stiegen im gleichen Zeitraum um 7,6 Prozent auf 142.000 Euro. Zum Vergleich: Die Verbraucherpreise legten zeitgleich lediglich um 5,7 Prozent zu.

Besonders stiegen die Kosten für Personal (+16,5 Prozent) und die Mieten für Praxisräume beziehungsweise entsprechende Nebenkosten (+6,8 Prozent). Die Aufwendungen für Material und Labor sowie für Versicherungen, Beiträge und Gebühren fielen mit einem Zuwachs von 6,5 Prozent ins Gewicht.

Rückläufig waren in diesen Jahren sowohl die Abschreibungen (- 13,5 Prozent) als auch die Aufwendungen für Leasing und Geräte (- 5,9 Prozent), während die Aufwendungen für Wartung und Instandhaltung von Geräten zulegten (+11,8 Prozent). „Das veranschaulicht, wie sich Ärzte mit Investitionen zurückhalten“, bilanziert Zi-Geschäftsführer Dr. Dominik von Stillfried. „Das wirtschaftliche Fundament ist deutlich schmäler geworden.“

Das Zi-Praxis-Panel 2014 umfasst die Jahre 2010 bis 2013 und analysiert die Angaben von 4.678 Praxen, was einem bundesweiten Anteil von 4,72 Prozent entspricht. Es handelt sich damit um das aktuellste verfügbare Zahlenmaterial.

Zum Zi-Praxis-Panel

Mit dem Zi-Praxis-Panel (ZiPP) erfasst das Zi auf Basis der steuerlichen Überschussrechnung der Praxen jährlich die wirtschaftliche Gesamtlage von niedergelassenen Ärzten. Auftraggeber sind die Kassenärztlichen Vereinigungen und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV). Letztere veröffentlicht in regelmäßigen Abständen einen Honorarbericht für Vertragsärzte, in dem die aktuelle Honorarentwicklung aus der Versorgung gesetzlich versicherter Patienten dargestellt wird. Im ZiPP werden darüber hinaus weitere Einnahmenarten, Betriebskosten, Investitionen und die ärztliche Arbeitszeit erfasst.

Zentrale Ergebnisse aus der Befragung 2014