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9. Juli 2018

Studie untersucht Versorgung von MS-Patienten

Hausärzte und Neurologen sind wichtige Ansprechpartner

Eine Multiple Sklerose (MS) geht mit zum Teil schwerwiegenden Begleit- und Folgeerkrankungen einher, weshalb MS-Patienten eine Reihe von verschiedenen Arztgruppen aufsuchen müssen. Die Wissenschaftler des Versorgungsatlas haben erstmals in einer deutschlandweiten Studie den Versorgungsbedarf von MS-Patienten bei Vertragsärzten untersucht und die Unterschiede mit Hilfe einer Vergleichsgruppe dargestellt. Datengrundlage waren die bundesweiten vertragsärztlichen Abrechnungsdaten der Jahre 2010 bis 2016.

Hausärzte und Neurologen spielen bei der ambulanten Versorgung von MS-Patienten die größte Rolle. Im Jahr 2015 wurden bundesweit 94 Prozent der MS-Patienten hausärztlich und 72 Prozent neurologisch versorgt. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein MS-Patient 2015 in allen vier Quartalen bei einem Hausarzt war, war um 30 Prozent höher als bei Patienten ohne MS. Neurologen wurden von MS-Patienten 7-fach häufiger in Anspruch genommen.

Die Zi-Studie zeigt auch, dass MS-Patienten anfälliger für psychische Erkrankungen sind. Die Wahrscheinlichkeit für eine psychische Erkrankung liegt um 42 Prozent höher.

Die Intensität der Versorgung nimmt im Allgemeinen mit der Erkrankungsdauer zu. Das gilt insbesondere für die medizinische Versorgung aufgrund urologischer Beschwerden, so dass Urologen eine immer wichtigere Rolle für die Versorgung einnehmen. Der Anteil urologisch versorgter MS-Patienten nahm von Jahr zu Jahr um 4 Prozent und über sechs Jahre (2010 bis 2015) um etwa 20 Prozent zu.

Der aktuellen Studie ging eine Untersuchung des Versorgungatlas voraus, die die Erkrankungshäufigkeit und jährlichen Neuerkrankungen von MS in den Fokus nahm.

MS ist die häufigste Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems, die zumeist in Schüben verläuft und fortschreitend chronisch ist. Das Immunsystem greift dabei die körpereigenen Hüllen der Nervenzellen an, wodurch die Signalübertragung der Nerven gestört wird. In Folge können zahlreiche schwerwiegende Symptome auftreten, wie Störungen der Bewegungskoordination und Taubheitsgefühle. MS ist die häufigste Ursache für Behinderungen, die im frühen Erwachsenenalter auftreten. Die Ursachen und Auslöser für MS sind derzeit nicht vollständig geklärt. Am häufigsten erkranken Frauen und Männer im Alter von 25 bis 39 Jahren. Frauen sind etwa 2,5-mal häufiger von MS betroffen als Männer.

Weitere Informationen
Die aktuelle Studie zur Versorgung von MS-Patienten finden Sie hier.
Die Studie zur Erkrankungshäufigkeit und jährlichen Neuerkrankung finden Sie hier.

Die pdf-Version der Pressemitteilung finden Sie hier.


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