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Glossar

Morbidität

Statistische Größe für die Krankheitshäufigkeit in einer definierten Bevölkerungsgruppe. Die Morbidität wird bestimmt durch die Rate der bereits Erkrankten (Prävalenz) und die Rate der Neuerkrankungen (Inzidenz). Neben so genannten Primärerhebungen in Stichproben (zum Beispiel Telefoninterviews mit ausgewählten Bundesbürgern zur Erfassung der gesundheitlichen Lage der Bevölkerung) wird die Morbidität beispielsweise für den Morbi-RSA auf Basis von Abrechnungsdaten aus Arztpraxen geschätzt.

Morbi-RSA

Der morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich ist ein finanzieller Ausgleichsmechanismus zwischen allen gesetzlichen Krankenkassen mit Ausnahme der landwirtschaftlichen Krankenkassen. Der RSA kompensiert Vor- und Nachteile einzelner Krankenkassen durch unterschiedliche Versichertenstrukturen. Für die Berechnung zieht das Bundesversicherungsamt (BVA) unter anderem Alter, Geschlecht, Morbidität, Bezug einer Erwerbsminderungsrente und Teilnahme an Disease Management-Programmen heran.

Für Versicherte, die einer der definierten Risikogruppen angehören, erhält eine Kasse mehr Geld aus dem Gesundheitsfonds – mit der Absicht einer gerechteren Lastenverteilung zwischen den Kassen. Der RSA soll auch einer Risikoselektion durch die Krankenkassen entgegenwirken, also verhindern, dass sich Krankenkassen vorwiegend um junge, gut verdienende, gesunde Kunden bemühen. Der Gesetzgeber sieht im RSA einen Ausdruck der gesetzlichen Krankenversicherung als Solidargemeinschaft aller Versicherten.