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Glossar

Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)

Auf welche Leistungen gesetzlich Versicherte Anspruch haben, regelt seit dem 1. Januar 2004 der Gemeinsame Bundesausschuss. „Gemeinsam“ heißt er deswegen, weil er eine Einrichtung von mehreren Organisationen ist. Seine Träger sind der Spitzenverband Bund der Krankenkassen und auf der Seite der Leistungserbringenden die Deutsche Krankenhausgesellschaft, die Kassenärztliche Bundesvereinigung sowie die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) setzt sich zusammen aus Vertretern der Vertragsärzte und -zahnärzte und Psychotherapeuten sowie Vertretern von Krankenhäusern und Krankenkassen. Das Gremium legt fest, welche Leistungen der medizinischen Versorgung von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden können. So können beispielsweise Arznei-, Heil- und Hilfsmittel laut Beschluss des G-BA von der Verordnungsfähigkeit ausgeschlossen werden. Außerdem erlässt er Richtlinien zur vertragsärztlichen Bedarfsplanung für die regionale Verteilung von Arztpraxen, zu Maßnahmen, die die Versorgungsqualität sichern sollen, zu strukturierten Behandlungsprogrammen und vielem mehr.

Mit dem Wettbewerbsstärkungsgesetz hat der Gesetzgeber den G-BA zum 1. Juli 2008 reformiert. Seitdem gibt es unter anderem einen hauptamtlichen Vorstand.

Generika

Wirkstoffgleiche Fertigarzneimittel, die nach Ablauf des Patentschutzes von anderen Unternehmen und unter anderem Namen vertrieben werden dürfen. Apotheken sind verpflichtet, das preisgünstigere alternative Arzneimittel (Generikum) abzugeben. Hat eine Krankenkasse mit einem Hersteller Rabattverträge nach § 130a Abs. 8 SGB V geschlossen, so muss die Apotheke diese Vertragspräparate bevorzugt abgeben. Ausnahme: Der Arzt hat auf dem Rezept „aut idem“ angekreuzt und damit ausgeschlossen, dass das Arzneimittel durch ein wirkstoffgleiches ersetzt wird. Die Klassifikation eines Präparates als Generikum erfolgt in den Auswertungen des Rx-Trendberichts nach der im GKV-Arzneimittelindex verwendeten Abgrenzung.

Generikafähiger Markt

Als generikafähiger Markt werden in den Auswertungen des Rx-Trendberichts alle wirkstoffgleichen Generika der Zweitanmelder sowie Originale des Erstanmelders verstanden. Die Klassifikation eines Präparates als Generikum oder Original erfolgt nach der im GKV-Arzneimittelindex verwendeten Abgrenzung.

Gesundheitsfonds

Seit 1. Januar 2009 gilt ein bundesweit einheitlicher Beitragssatz für alle gesetzlichen Krankenkassen. Die Beiträge werden von allen beitragspflichtigen Versicherten errechnet und fließen in den Gesundheitsfonds. Die Krankenkassen erhalten aus dem Gesundheitsfonds pro Versichertem eine dem Morbi-RSA entsprechende Pauschale.

GKV-Arzneimittelindex

Das Forschungsprojekt GKV-Arzneimittelindex untersucht seit 1980 den Arzneimittelmarkt in der Bundesrepublik Deutschland. Ziel des Projekts ist es, durch mehr Transparenz auf dem Arzneimittelmarkt die therapie- und bedarfsgerechte sowie wirtschaftliche Arzneimittelversorgung zu sichern. Erstellt und aktualisiert wird der Arzneimittelindex der gesetzlichen Krankenkassen (GKV-AI) vom Wissenschaftlichen Institut der allgemeinen Ortskrankenkassen (WIdO).