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Kodierunterstützung für die vertragsärztliche Versorgung

16. November 2017 in Berlin

Hintergrund

Die Kodierung von Diagnosen hat für die vertragsärztliche Versorgung eine hohe Bedeutung. Nach § 295 Sozialgesetzbuch V (SGB V) ist die Übermittlung von Diagnosen, kodiert mit der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme 10. Revision German Modification (ICD-10-GM), verpflichtend für die Abrechnung. Darüber hinaus beeinflusst die Kodierung der hiermit beschriebenen Morbidität den Risikostrukturausgleich zwischen Krankenkassen und die Veränderungsrate des notwendigen Behandlungsbedarfs bei der jährlichen Weiterentwicklung der Gesamtvergütungen. Für die Versorgungsforschung sind die Abrechnungsdaten eine wichtige Quelle zu Erkenntnissen über den Alltag im Gesundheitswesen; der einzelne Vertragsarzt gewinnt Informationen über das Versorgungsgeschehen seiner Praxis.

Kodierhilfe statt Kodierrichtlinien?

Im Mittelpunkt stand die Frage: Wie kann Kodierqualität verbessert werden? Zentralinstitut, Kassenärztliche Bundesvereinigung und Kassenärztliche Vereinigungen unterstützen die Vertragsärzte bei der Kodierung im Alltag durch vielfältige Werkzeuge und Lösungen. Diese sind immer wieder an wechselnde und wachsende Anforderungen anzupassen, wobei die gesetzlichen und vertraglichen Regelungen hierfür wegweisend sind. Ziel dieser Unterstützung ist es, eine zeitsparende Erledigung der Kodierung unter Sicherstellung eines vollständigen und richtigen Kodierergebnisses sicherzustellen.

Die Entwicklung der Werkzeuge und Produkte des Zi ist in einer ersten Fassung nahezu abgeschlossen. Der Schwerpunkt liegt daher aktuell auf einer Weiterentwicklung und Ergänzung sowie auf einer Bearbeitung neuer Themengebiete wie die Verknüpfung von Verordnungen und Diagnosen. Handlungsleitend ist dabei die Überzeugung, dass bei einer auf sinnvolle Werkzeuge und Lösungen gestützten Kodierung eine explizite Formulierung von Kodierrichtlinien nicht erforderlich ist.

Im Zi-Forum wurden Stand und Neuentwicklungen im Zi vorgestellt. Dies wurde ergänzt um einen Bericht aus der KBV sowie zwei internationale Perspektiven. So wurden die Überlegungen der World Organization of Family Doctors (WONCA) zur nächsten Version der International Classification of Primary Care (ICPC) vorgestellt. Für diesen Bericht konnte Herr Prof. Kühlein, Erlangen, Chair des WONCA International Classification Committee (WICC) gewonnen werden. Die WHO hat die 11. Revision der ICD-11 angekündigt. Herr Prof. Stausberg, Projektleiter des Feldtests der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V. (GMDS) zur Beta-Version der ICD-11, hat daher über die neue Revision informiert.