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Ambulant vor stationär!

08. September 2014 in Berlin

Die Vorrangigkeit der ambulanten vor der stationären Versorgung ist als gesetzlicher Auftrag an die gemeinsame Selbstverwaltung im SGB V verankert. Ein möglichst niedriger Anteil stationärer Behandlung gilt als Qualitätsmerkmal für ein Gesundheitssystem. In seinem Gutachten 2012 hebt der Sachverständigenrat Gesundheit die Notwendigkeit einer besseren Ausschöpfung des ambulanten Potenzials hervor und benennt ambulant-sensitive Indikationen als Qualitätsindikatoren.

Langfristig betrachtet werden zudem viele der entsprechenden Leistungen in die vertragsärztliche Versorgung verlagert. Neuere wissenschaftliche Studien belegen die Substitutionsbeziehung zwischen der ambulanten und stationären Versorgung. Der regionale Vergleich zeigt, dass der Grundsatz ambulant vor stationär innerhalb Deutschlands sehr unterschiedlich umgesetzt ist.

Deshalb fragen wir: Können wir von den Besten lernen? Für eine gezielte und systematische Umsetzung des Auftrags ambulant vor stationär dürfen stationäre Kapazitäten und Leistungsmengen nicht wie bisher als „gegeben“ hingenommen werden. Tatsächlich könnten der Versorgungsbedarf der Bevölkerung und die ambulanten Versorgungsmöglichkeiten bei der jährlichen Vereinbarung der Krankenhausbudgets und bei der Kapazitätsplanung systematisch berücksichtigt werden. Die Methode ist durch AGENON im Auftrag des Zi und mit Unterstützung der BARMER GEK erarbeitet worden. Jetzt müssen die notwendigen rechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden.