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Vertragsärztliche Versorgung zukunftssicher machen!

26. April 2017 in Berlin

Hintergrund

In den Gesundheitssystemen aller Industriestaaten wird an Reformkonzepten gearbeitet, deren Ziel der Aufbau leistungsfähigerer ambulanter Versorgungsstrukturen ist. Dahinter steht die Erkenntnis, dass die Medizin der Zukunft weitaus weniger stationäre Behandlung benötigt. Werden die Möglichkeiten der ambulanten Behandlung ausgeschöpft, so die Erkenntnis, wird der demografische Wandel bezahlbar.

Auch in Deutschland wächst der Druck, tragfähige, bezahlbare und landesweite Lösungen zu finden – denn die geburtenstarke Jahrgänge verlassen ab 2020 zunehmend das Berufsleben. Damit die Krankenkassenbeiträge dann weiterhin bezahlbar bleiben, muss die medizinische Versorgung jetzt effizienter gestaltet werden.

Grundlage dafür ist die leistungsfähige flächendeckende und wohnortnahe ambulante ärztliche Versorgungsstruktur in Deutschland. Damit diese sich im erforderlichen Maße weiterentwickeln kann, müssen sich Ärzte und Ärztinnen aufs Neue für eine Tätigkeit in der Praxis begeistern können und ihre Wünsche und Ansprüche an die künftige Arbeitswelt in der vertragsärztlichen Versorgung realisieren können.

Thema

Die Fachtagung gliederte sich in zwei Themenblöcke. Im ersten Teil erfolgte eine Standortbestimmung einiger Versorgungs- bzw. Gesundheitsatlanten in Deutschland und ein Erfahrungsaustausch der Anbieter und Nutzer. 2011 war das ‚Geburtsjahr‘ mehrerer Atlasprojekte mit unterschiedlichen Zielsetzungen und für verschiedene Zielgruppen. Welche Erfahrungen wurden bei der Umsetzung seither gemacht? Welche Erwartungen müssen korrigiert werden? Welche Ziele bestehen für die Zukunft? Diese Fragen haben wir beraten. Welche Schlüsse zieht die Wissenschaft zu Qualität und Leistungsfähigkeit der Versorgungsatlanten, national und international? Welche der internationalen Anregungen wären für Deutschland besonders interessant? Diesen Fragen gingen wir im zweiten Teil der Veranstaltung nach.

Ziel

Was dafür jetzt getan werden muss, lesen Sie in einer aktuellen Broschüre der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB). Die Ergebnisse können auf Deutschland übertragen werden: Es gilt, das ambulante Fundament der Versorgung personell und strukturell zu stärken. Dafür muss in die vertragsärztliche Versorgung investiert werden. Die Attraktivität einer Tätigkeit in der ambulanten Praxis muss im Vergleich zur Anstellung in einem Krankenhaus wieder deutlich verbessert werden.

Anforderungen und Handlungsbedarf diskutierten im Zi-Forum am 26. April 2017 führende Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Verbandswesen – stets vor dem Hintergrund der anstehenden Bundestagswahl im September 2017.