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14. Mai 2013

Zi-Praxis-Panel – Jahresbericht 2011: Vergütungsreform wirkt, Niederlassung muss aber weiter gefördert werden

Neue Daten zur wirtschaftlichen Lage der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten belegen die Wirkung der im Jahr 2009 in Kraft getretenen Vergütungsreform. „Unsere Erhebung zeigt, dass erste Schritte in Richtung der politisch gewollten Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der Praxen gegangen worden sind, wir haben aber noch eine erhebliche Wegstrecke vor uns.“ resümiert Dr. Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) die Ergebnisse der Studie.

Das Zi erhebt im Rahmen des Zi-Praxis-Panel jährlich bei mehreren tausend Praxen Daten zur wirtschaftlichen Situation der Niedergelassenen. Nach Angaben des ZI ist der Praxisumsatz zwischen 2007 und 2009 je Praxisinhaber im Mittel um 4,5 % (rund 11.000 Euro) pro Jahr gestiegen. Die Honorare für die Behandlung gesetzlich versicherter Patienten verzeichneten dabei mit 5,5 % (rund 10.000 Euro) pro Jahr den stärksten Zuwachs.

„Nach Abzug der Praxiskosten verblieb einem Praxisinhaber 2009 ein Jahresüberschuss von rund 131.000 Euro je Einzelpraxis bzw. 158.000 Euro in einer Gemeinschaftspraxis. Nach Abzug von Steuern und Abgaben verdiente ein niedergelassener Arzt 31 Euro pro Stunde.“ erläuterte Dr. Dominik von Stillfried, Geschäftsführer des Zi. Er führte weiter aus: „Die Jahresüberschüsse der Praxen, wie sie auch vom Statistischen Bundesamt in 4-Jahresabständen berichtet werden, sagen jedoch noch nichts über die Wirtschaftlichkeit der vertragsärztlichen Tätigkeit aus. Der Gebührenordnung liegt die Annahme zugrunde, dass ein Arzt bei Vollzeittätigkeit für die gesetzliche Krankenversicherung im Schnitt 105.600 Euro Jahresüberschuss realisieren kann. Tatsächlich lag der Jahresüberschuss aus rein vertragsärztlicher Tätigkeit nach unseren Daten im Jahr 2009 im Schnitt bei nur 98.300 Euro. Die Vertragsärzte haben den Krankenkassen also einen Zwangsnachlass von rund 7 % gewährt." Dr. Andreas Köhler sieht deshalb die Notwendigkeit, die Niederlassung weiter zu fördern. „Als angestellter Oberarzt im Krankenhaus konnte ich im Jahr 2007 mit einem Jahresgehalt von rund 105.600 Euro rechnen; in 2009 aber mit 114.500 Euro. Im Vergleich dazu war die vertragsärztliche Versorgung wenig attraktiv. Ohne Einnahmen aus privatärztlicher Tätigkeit und ohne Selbstausbeutung durch lange Arbeitszeiten wären die Praxen ein Verlustgeschäft. Dies spiegelt sich auch im niedrigen Niveau der Investitionstätigkeit in den Praxen. Der Investitionsstau in den Praxen ist Besorgnis erregend.“ so Köhler.

Der Jahresbericht zur Erhebung 2011 des Zi-Praxis-Panels enthält detaillierte Angaben zu Aufwendungen, Einnahmen und Überschüssen gegliedert nach Fachgruppen und Praxisform (Einzel-/Gemeinschaftspraxis). Er ist repräsentativ für rund 99 % der Praxen in der vertragsärztlichen Versorgung. Zudem wird zu Investitionen, Arbeitszeiten und zur Selbsteinschätzung der wirtschaftlichen Lage der Praxisinhaber berichtet. Weiter Informationen finden Sie unter www.zi-pp.de. Den Bericht finden Sie hier:

Jahresbericht 2011