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Leistungsverlagerungen

Aufgabenstellung

Wie beeinflusst der medizinisch-technische Fortschritt langfristig die ärztliche Versorgung? Wie viele und welche Erkrankungen, bei denen in der Vergangenheit ein Krankenhausaufenthalt nötig war, werden inzwischen von Vertragsärzten behandelt? – Um diese und ähnliche Fragen geht es bei der Erforschung von Leistungsverlagerungen.

Das ZI entwickelt und prüft mit externen Kooperationspartnern Methoden, um das Ausmaß so genannter Verlagerungseffekte zu ermitteln und zu beziffern – und überprüft, welche Methoden in der Praxis anwendbar sind.
Leistungsverlagerungen sind für die jährlichen Verhandlungen zur Gesamtvergütung der Vertragsärzte relevant.

Das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz verpflichtet die Vertragspartner, Verlagerungseffekte in den Honorarverhandlungen zu berücksichtigen. Bislang konnte sich keine Methodik etablieren, die den Anforderungen des Gesetzes entspricht.

Ergebnisse

In einem vom ZI durchgeführten Expertenworkshop sind sechs methodische Ansätze beschrieben worden, die sich als Basis zur Berechnung von Leistungsverlagerungen eignen. Drei davon haben sich bisher grundsätzlich als Erfolg versprechend herausgestellt. Für zwei dieser Ansätze hat das ZI in der Folge Forschungsmaßnahmen gefördert.

Nach ersten Ergebnissen aus der Methode der „versichertenbezogenen Bilanzierung“ kann der Umfang der vom stationären in den vertragsärztlichen Sektor verlagerten Leistungen auf ein Prozent des vertragsärztlichen Vergütungsvolumens geschätzt werden. Für das Jahr 2009 entspräche dies rund 300 Millionen Euro.

Erste Artikel zur Methodik der versichertenbezogenen Bilanzierungen sind in den Zeitschriften „Das Gesundheitswesen“ und „Deutsches Ärzteblatt“ erschienen. Weitere Veröffentlichungen sind in Planung.

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Im Überblick

Ziel

Entwicklung und Erprobung einer Methodik zur Ermittlung und Quantifizierung von Leistungsverlagerungen zwischen dem stationären und ambulanten Sektor

Laufzeit

voraussichtlich bis Ende 2013

Beteiligte

IGES Institut GmbH, Berlin; Institut für Sozialmedizin und Gesundheitsökonomie, Magdeburg; Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung (ISEG), Hannover

geförderte Projekte

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