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Sozialpsychiatrie-Vereinbarung

Aufgabenstellung

Im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und des GKV-Spitzenverbandes hat das Zi 2013 und 2014 erstmals seit Einführung der entsprechenden vertraglichen Regelungen 1994 die Ergebnisse der Sozialpsychiatrie-Vereinbarung (SPV) bundesweit evaluiert. Diese Vereinbarung soll die ambulante, qualifizierte und interdisziplinäre Behandlung psychisch kranker Kinder und Jugendlicher fördern.

Die beteiligten Praxen dokumentierten unter anderem Angaben zu strukturellen Merkmalen der Praxis, der internen und externen Kooperation, sowie – für maximal 30 Patienten pro Arzt – zur Diagnose der psychischen Störung gemäß des multiaxialen Klassifikationsschemas. Patienten beziehungsweise deren Eltern erhielten in der Praxis einen Fragebogen zur Patientenzufriedenheit, den sie anonym beantworten konnten.

Ergebnisse

Insgesamt stehen 16.344 (2014: 15.026) Datensätze mit Struktur- und Behandlungsdaten sowie 10.107 (2014: 5.886) Fragebögen mit Angaben zur Patientenzufriedenheit mit der SPV-Behandlung für Evaluation zur Verfügung. Die Praxen beschreiben ein hohes Ausmaß an Kooperation, intern hauptsächlich mit Sozialpädagogen/arbeitern, Psychologen, Heilpädagogen sowie Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten, extern kooperieren sie am häufigsten mit Ergotherapeuten, Lehrern, Kinder- und Jugendmedizinern sowie Jugendämtern und Beratungsstellen.

Als die drei häufigsten Behandlungsanlässe werden psychische oder schulische Auffälligkeiten oder ein problematisches Sozialverhalten genannt. Die drei häufigsten Diagnosen sind hyperkinetische Störungen, emotionale Störungen des Kindesalters sowie Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen.

In 84,5 Prozent aller Fälle erfolgt eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung der Patienten in der SPV-Praxis, überwiegend unter Einschluss der Eltern des Patienten. 26,7 Prozent werden in der SPV-Praxis medikamentös behandelt. Während 2013 in 37,6 Prozent aller Fälle die ärztlichen Teilnehmer der Meinung waren, ihre Behandlung sei vollständig oder weitgehend erfolgreich verlaufen, erhöht sich diese Quote 2014 auf 45,6 Prozent. Die Patienten bewerten die SPV-Behandlung sowohl 2013 wie auch 2014 überwiegend positiv. Die Arzt- und Patientenbewertung des Behandlungserfolgs korrelieren deutlich miteinander. Von den Patienten, die hierzu eine Angabe machen, wird als häufigste Wartezeit auf einen Termin in 86,3 beziehungsweise 87,2 Prozent der Fälle ein Zeitraum von weniger als drei Monaten genannt.

Auf Anfrage erstellen wir regionalisierte Einzelberichte.

 

 

 

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